Boi - Damit Du erzählest – Kognitive Dissonanz – eine Neue Welt ist geboren

Boi – Damit Du erzählest – Ewige Zeichen

Contents

Vorwort. 2

Pharoi und seine Diener: Die Diener verpassen ihre Chance zur Errettung. 2

Damit du erzählst... Tradition HaSchems. 5

Fragen.. 5

Antworten – Die Heuschreckenplage hat ein Echo bis ans Ende der Zeit. 6

Heuschrecken: Der Schrecken der Völker, Die Armeen HaSchems. 6

Heuschrecken; haben Pharos Diener Tschuve gemacht?. 8

Der heilige Ostwind – gegen jedes Naturgesetz. 9

Der EINZIGE G0tt versus Pharoi, der Flussgötze Mitzrayims. 12

Eine harte kulturelle Grenze. 12

Kognitive Dissonanz – ein Weltbild muss einstürzen.. 14

Finsternis. 15

Hat Moische den Pharo aufgefordert, Opfergaben für sich mitzugeben?. 17

3 Tage oder für Ewig? HaSchem im Palast der Unreinheit. 19

Ramban Schemot 11:1 – HaSchem im Palast der Unreinheit. 20

Ein privates Gespräch – Sprich zu Benei Yisroel, wegen der Leihgaben.. 21

Die grosse Frage: Warum schweigen die Hunde?. 23

Dies sind alle Zeichen und Wunder Moisches und Aharoins... 25

Die Plagen sind abgeschlossen, ihre Botschafter-Mission ist abgeschlossen. 25

Roisch Choidesch – die Meister der Zeit. 26

Die Neue Welt, in der HaSchem unter uns weilt. 26

Golus Mitzrayim – 430 Jahre – was ist Mitzrayim?. 27

An ebendiesem – HaSchem ist Gerecht. 27

Wayihii 27

430 Jahre - – alle Heerscharen HaSchems. 28

an ebendiesem Tage. 28

 

 

Vorwort

Wir sind nun am Höhepunkt der Plagen-Geschichte angelangt. HaSchem hat jedes Argument, jeden Götzen und jede Bosheit der Mitzrer zerlegt und ihre vollkommene Bosheit und Illusions-Anhaftung blossgelegt.

Mitzrayims – und damit auch der ganzen Welt – Götzen sind als schlechter Witz, als boshafte Unterdrückungswerkzeuge in ihrer vollkommenen Wirkungslosigkeit blossgestellt, vor aller Augen.

ER hat die Kinder Yisroels auf den Auszug vorbereitet, Moische und Aharoin sind als die Propheten und Botschafter HaSchems fest installiert.

Es folgt nun noch die Gabe der ersten Mitzve, des ersten Gesetzes der Neuen Zeitrechnung – Das Hüten der Zeit selbst.

In dieser neuen Zeitrechnung wird die tagesgenaue Festlegung der Monats- und Jahreszyklen an die Kinder Yisroels übertragen, und damit sagt HaSchem der Welt: Die Zeit ist in meiner Hand, und ich übergebe deren genaues Management meinem Erstgeborenen Yisroel!

Was für eine Gewaltige Verantwortung, und gleichzeitig auch Privileg. Und diese erste Mitzve, sofort ausgeführt, ist der Auslöser, der die Befreiung der Welt bewirkt.

Denn was ist Mitzrayim? Es ist Metzar Yam – die Gefangenschaft im Meer der Götzen (siehe unten).

Und mit dem Auszug aus diesem Metzar Yam begründen die Kinder Yisroels nun die neue Schöpfung: Ab ebendiesem Moment (Etzem HaYoim) ist nun HaSchem durch seine Kinder, die er mit der Tötung der Erstgeborenen ebendieser Mitzrer – Metzarer – Quälgeister sich als Diener und Träger SEINER heiligen Toire, SEINER heiligen Präsenz auf dieser materiellen Erde erworben hat, ebenda repräsentiert.

Und daher werden nun die Erstgeborenen zu den speziellen Hütern der inneren Geheimnisse SEINER Präsenz und Toire erkoren.

Es tönt im Text marzialisch und unterdrückerisch: Die Erstgeborenen sind „meine Knechte, ich habe sie mir erworben“. Aber wer nur ein klein Wenig nachdenkt, muss zum Schluss kommen, dass dies eine Listige Formulierung ist, um die Götzendiener und Unwilligen zu täuschen: Denn wer möchte nicht ganz nahe bei SEINEM Vater, der ihm alles gibt, jeden Moment, sein?

ER gibt uns alles. Die Welt, unsere Seelen, jeden Augenblick unseres Lebens. Ohne IHN sind wir buchstäblich nichts. Daher muss es doch das Ziel jedes lebenden Menschen sein, nächst möglich zu IHM zu leben!

Natürlich ist das mit sehr hohen Ansprüchen verbunden, und mit grossen Mühen, jeden Moment mit den eigenen inneren Feinden zu ringen und sie niederzuringen und in SEINEN Dienst zu zwingen.

Das ist es genau, was die ganzen zehn Plagen uns auch noch zu zeigen und zu sagen kommen.

Wie HaSchem die Mitzrer niedergerungen hat, so müssen wir unsere „inneren Mitzrer“, unsere eigenen Quälgeister, entlarven, blossstellen und niederringen.

So erringen wir das Recht des Erstgeborenen, nahe bei seinem Schöpfer zu sitzen und sich im Lichte SEINER Schechina zu sonnen.

 

Pharoi und seine Diener: Die Diener verpassen ihre Chance zur Errettung.

 

שמות י':א'

 וַיֹּ֤אמֶר יְהֹוָה֙ אֶל־מֹשֶׁ֔ה בֹּ֖א אֶל־פַּרְעֹ֑ה כִּֽי־אֲנִ֞י הִכְבַּ֤דְתִּי אֶת־לִבּוֹ֙ וְאֶת־לֵ֣ב עֲבָדָ֔יו לְמַ֗עַן שִׁתִ֛י אֹתֹתַ֥י אֵ֖לֶּה בְּקִרְבּֽוֹ׃

 

שמות ז, (ג) וַאֲנִ֥י אַקְשֶׁ֖ה אֶת־לֵ֣ב פַּרְעֹ֑ה וְהִרְבֵּיתִ֧י אֶת־אֹתֹתַ֛י וְאֶת־מוֹפְתַ֖י בְּאֶ֥רֶץ מִצְרָֽיִם׃

 

Und HaSchem sagte zu Moische: Komm zu Pharo, denn ich habe sein Herz und das seines Volkes hart gemacht, damit ich diese Zeichen in seiner Mitte (wörtlich: In Ihm) setzen kann.

Ein unglaublich schwieriger Satz.

1.       Was heisst hier „komm zu Pharo“? Man sagt „geh zu Pharo, ich schicke Dich!“??

2.       „ki“ – denn, oder „und“, oder „dass“ . So oder so ist die Kausalität schwierig zu verstehen.

a.       Denn – hätte Moische ohne die Verhärtung der Herzen nicht gehen müssen?

b.        

3.       Ich habe Pharois und seiner Diener..Herz verhärtet, hart gemacht“:

a.       Wir wissen das schon seit der fünften Plage. Warum hier nochmals?

b.       Hat Pharo keine freie Wahl mehr? Siehe bei der fünften Plage, siehe unten die Antwort.

4.       „lemaan“ – damit: Hier ist klar, die kommenden letzten Plagen sind „damit ich meine Zeichen setze“, also zum Ruhme HaSchems. Wieder die grossen Fragen:

a.       Was braucht HaSchem solchen Ruhm?

b.       Es ist doch bekannt, dass ER alles kann, und barmherzig ist – wo ist jetzt diese Barmherzigkeit hin?

c.       Wieso „in ihm“ – im Pharoi?! Im Volk?

5.       Und was soll Moische dem Pharoi sagen, oder vor ihm tun? (Kli Yakar) Es steht kein Befehl, was zu sagen sei.

 

1)      Komm zu Pharo: Es steht im Psalm (139:7 ff.): Wo immer ich hingehe - HaSchem ist immer schon da. Allerdings sehen wir das erst in der letzten Plage, im letzten „showdown“, wo HaSchem wirklich im Palast direkt zu Moische spricht, obwohl der Palast mit Götzendiens „verseucht“ ist.  Laut OrHachayim ist das auch der Unterschied zwischen „gehe“ und „komm“. Gehe: Wenn der Pharo ausserhalb des Palastes ist. Komm: Wenn er im Palast selbst residiert.

2)      Denn: Ich, HaSchem, wünsche die volle Zahl der Plagen zu verwirklichen, damit Pharo lernt, dass ICH überall bin, wie eben im Psalm 139 sehr ausführlich beschrieben.

3)      Und 4) Ramban abhandlung in Schemois 7,3. Allerdings gibt es einen Unterschied:

a.      שמות ט':י"ב

b.      (יב) וַיְחַזֵּ֤ק יְ־הֹוָה֙ אֶת־לֵ֣ב פַּרְעֹ֔ה וְלֹ֥א שָׁמַ֖ע אֲלֵהֶ֑ם כַּאֲשֶׁ֛ר דִּבֶּ֥ר יְ־הֹוָ֖ה אֶל־מֹשֶֽׁה׃

(12) Aber der Herr verhärtete das Herz Pharaos, dass er nicht auf sie hörte, so wie der Herr zu Mose geredet hatte.

 

c.       Hier heisst es ausdrücklich, dass auch der Diener Herzen verhärtet wurden.

Bis anhin musste nur Pharoi entscheiden, und die Diener folgten bedingungslos. Nun jedoch sehen die Diener, wie ganz Mitzrayim zu Schanden kommt, und wie ihrer aller Leben zerstört werden. Damit es keine Revolution gibt, muss nun auch der Diener Herz verhärtet werden, damit sie widerstehen können.Hätten sie aus freier Entscheidung sich gegen Pharoi gewendet, wären sie wahrsheinlich würdig geworden, Oilom Habo zu erhalten, und nicht getötet zu werden im Schilfmeer.

Im Posuk später heisst es:

(זוַיֹּאמְרוּ֩ עַבְדֵ֨י פַרְעֹ֜ה אֵלָ֗יו עַד־מָתַי֙ יִהְיֶ֨ה זֶ֥ה לָ֙נוּ֙ לְמוֹקֵ֔שׁ שַׁלַּח֙ אֶת־הָ֣אֲנָשִׁ֔ים וְיַֽעַבְד֖וּ אֶת־יְ־הֹוָ֣ה אֱלֹהֵיהֶ֑ם הֲטֶ֣רֶם תֵּדַ֔ע כִּ֥י אָבְדָ֖ה מִצְרָֽיִם׃

(7) Da sprachen die Diener Pharaos zu ihm: Bis wann soll jener uns sein zum Unglück? Lass die Männer ziehen, zu dienen dem Herrn, ihrem Gott! Erkennst du noch nicht, dass Ägypten zu Grunde geht?

Kann es sein, dass die Diener Pharois nur die Kraft zur Widerrede fanden, weil ihre Herzen “gestärkt-verhärtet” wurden? Nun, mit freiem eigenem Willen, wollten sie die Kinder Yisroels „für 3 Tage ziehen lassen, damit endlich diese lästigen, lebensgefährlichen Plagen aufhören, denn: Siehst Du, Pharoi, nicht, dass Mitzrayim zu Schanden geht und zerstört ist?(Ramban, OrHaChayim,Netziv)“.

 

4)      C: In Ihm – könnte es sein dass Pharoi hier als sein Volk beinhaltend gesehen wird, sozusagen eine Personalunion aller Mitzrim?

Oder ist es der Engel der Mitzrer, der hier gemeint ist?

 

Hier sagt er dann nur noch:

רמב"ן שמות י':א'

כי אני הכבדתי את לבו – הודיע הקב"ה למשה שהוא הכביד את לבם עתה אחרי שפחדו ממנו בברד והתודו על עונם. ואמר לו הטעם שעשיתי כן, למען שאשית בקרבם אלה האותות אשר אני חפץ לעשות בהם, שידעו מצרים את גבורתי, לא שאעניש אותם יותר מפני הַכֺּבֶד הזה. ועוד, כדי שתספר אתה וכל ישראל לדורות הבאים כח מעשי, ותדעו כי אני י"י, וכל אשר אחפוץ אעשה בשמים ובארץ.

Ramban Schemois 10:1

1)     UND DER EWIGE SPRACH ZU MOSE: GEH HINEIN ZUM PHARAO; DENN ICH HABE SEIN HERZ UND DAS HERZ SEINER KNECHTE VERHÄRTET. Der Heilige, gepriesen sei Er, teilte Mose mit, dass Er es ist, der ihre Herzen trotz ihrer Furcht vor Ihm während des Hagels und ihres Sündenbekenntnisses verhärtet hat. Und Er erklärte ihm: „Der Grund, warum Ich ihre Herzen verhärtet habe, ist, dass Ich die Zeichen, die Ich unter ihnen tun will, in ihrer Mitte setzen will, damit die Ägypter Meine Macht erkennen, nicht aber, damit Ich sie wegen dieser Verhärtung des Herzens noch mehr bestrafen kann, und auch, damit du und ganz Israel in den kommenden Generationen von der Macht Meiner Taten erzählen, und ihr sollt wissen, dass Ich der Ewige bin (Schemot 10,2), und was Ich will, das tue Ich im Himmel und auf Erden.“

 

שמות י':ה'

ה) וְכִסָּה֙ אֶת־עֵ֣ין הָאָ֔רֶץ וְלֹ֥א יוּכַ֖ל לִרְאֹ֣ת אֶת־הָאָ֑רֶץ וְאָכַ֣ל׀ אֶת־יֶ֣תֶר הַפְּלֵטָ֗ה הַנִּשְׁאֶ֤רֶת לָכֶם֙ מִן־הַבָּרָ֔ד וְאָכַל֙ אֶת־כׇּל־הָעֵ֔ץ הַצֹּמֵ֥חַ לָכֶ֖ם מִן־הַשָּׂדֶֽה׃

 

Schemot 10:5

5) Sie werden die Oberfläche des Landes bedecken, so dass man das Land nicht mehr sehen kann. Sie werden den Rest verzehren, der euch vom Hagel übriggeblieben ist, und sie werden jeden Baum verzehren, der für euch auf dem Feld wächst.

 

Rabbeinu Bachye bringt hier die genaue zeitliche Einordnung der Plagen, weil Heuschrecken die letzte ist, die die Landwirtschaft betrifft, und Landwirtschaft ist Saisonal. Also macht es Sinn, diese Rechnung hier zu machen.

Danach kommen noch die zwei Plagen, die dann zum endgültigen Resultat genau ein Jahr nach Beginn führen.

 

ר' בחיי שמות י':ה'

ה) הצמח לכם מן השדה – מכת הארבה היתה בניסן לפי שבניסן מתחילים האילנות להוציא פרח ונראו הנצנים בארץ, ומכת הברד הקודמת לה היתה בחדש אדר שהרי כל עשר המכות בשנה אחת היו וכמו שאמרו ז"ל משפט המצרים במצרים י"ב חדש, ולפי שהברד שבא באדר שבר כל האילנות, והפשתה והשעורה שכבר צמחה נכתה במכת הברד, אחר כך בחדש ימים בניסן שבו נגאלו ישראל צמחו האילנות והוציאו פרח, וצמחו ג"כ החטה והכוסמת שלא נכו במכת הברד לפי שהיו אפילות, וע"כ כתוב הצומח לכם מן השדה כי מכת הארבה תבא עתה לעקור כל צומח וכל מה שהשאיר הברד, כן פי' הרמב"ן ז"ל.

ונצטרך לומר לדבריו כי שלש המכות היו בניסן והז' הקודמות היו בי"א חדשים וא"כ יבא הענין שתעמוד המכה יותר מז' ימים והיו ימי ההרוחה בין כל מכה ומכה שלשים יום ומפסוק (שמות ז':כ"ה) וימלא שבעת ימים למדנו כי ההרוחה בין כל מכה ומכה ז' ימים וכן כל המכות כלן, ולפיכך יש לנו להשוות זמני המכות וימי ההרוחה בענין שוה ונאמר כי בט"ו בניסן היתה תחלת נבואתו של משה בסנה והיה הקב"ה מפתהו ז' ימים לילך בשליחותו כמו שהוכיחו מפסוק גם מתמול גם משלשם ואותן ז' ימים היו שבעת ימי פסח לשנה הבאה כמו שרמזתי בפסוק מתוך הסנה. אחר כ"א בניסן הלך למדין מיד והיה לו ללכת למצרים אלא שהוצרך ללכת למדין כדי שיתיר לו שבועה שנשבע ליתרו שלא יצא מן הארץ אלא ברשותו וזהו שכתוב (שמות ד':י"ח) וילך משה וישב אל יתר חותנו, וכתיב (שם) ויאמר ה' אל משה במדין, אמר לו במדין, נשבעת במדין לך והתר שבועתך במדין, הלך למצרים ומשה ואהרן נתראו לפני המלך והתרו בו כה אמר ה' וגו' והשיב לא ידעתי את ה' ועוד אמר להם למה משה ואהרן וגו', מיום שהתרו בו הכביד עליהם העבודה וחזר ואמר להקב"ה למה הרעות והשיב לו עתה תראה כל זה אפשר שהיה לפי פשט הכתובים בח' ימים לתשלום ניסן. נתכסה מהם שלשה חדשים אייר סיון תמוז כמו שדרשו מפסוק (שמות ה':כ') ויפגעו נמצאת אומר שהמכות התחילו באב ושמשה מכת הדם ז' ימים באב ובאו ימי הרוחה אחריו וכן מכת הצפרדעים באלול ובאו ימי הרוחה וכן כלן עד אדר שהיתה בו מכת הארבה ומכת החשך בניסן ז' ימים וימי הרוחה שאחריו ז' ימים הרי י"ד ומכת בכורות בליל ט"ו בניסן הוא יום הגאולה. ועם הפירוש הזה יבאו ימי עמידת המכות וימי הרוחה בזמנים שוים, ומה שאמרו משפט מצרים י"ב חדש אין לומר כי עמדו המכות זמן כזה אלא מיום שבא משה לפני המלך בתשלום ניסן ואמר לו כה אמר ה' בני בכורי ישראל הנה אנכי הורג את בנך בכורך מאותה שעה חל עליהם הדין ונגזר בהם המשפט עד תשלום י"ב חדש שבו כלו כל המכות ונגאלו בו בני ישראל.

 

ר' בחיי שמות י':ה'

(5) הצמח לכם מן השדה, „was für dich auf dem Feld wächst.“ Die Heuschreckenplage ereignete sich im Monat Nissan, da in diesem Monat die Bäume zu sprießen beginnen und die Blumen auf der Erde sichtbar werden. Die Hagelplage, die ihr vorausgegangen war, fand im Monat Adar statt. Alle zehn Plagen ereigneten sich innerhalb eines Kalenderjahres, wie wir aus Ediot 2,10 wissen, wo die Mischna erklärt, dass die über die Ägypter verhängten Gerichte innerhalb von zwölf Monaten stattfanden. Da der Hagel im Adar die Bäume zerbrochen hatte und der Flachs und die Gerste, die zuvor gekeimt waren, bereits niedergeschlagen worden waren, blieb nur noch ein Monat bis zur Erlösung der Israeliten. In dieser Zeit wuchsen sowohl die Bäume als auch der Weizen und der Dinkel, da diese Arten spät reiften. In Bezug auf diese beiden Arten spricht die Tora von dem, „was für euch auf dem Feld wächst“. Die Heuschrecken würden alles verzehren, was nicht durch den Hagel zerstört worden war. Das ist die Art und Weise, wie Nachmanides unseren Vers erklärt.

Wenn wir seine Worte akzeptieren, müssten wir sagen, dass die letzten drei der zehn Plagen alle in der ersten Hälfte des Monats Nissan auftraten, während die vorherigen sieben Plagen über einen Zeitraum von elf Monaten verstreut waren. Daraus würde folgen, dass jede der vorangegangenen Plagen länger dauerte als die sieben Tage, die die Tora der ersten Plage, d. h. dem sich in Blut verwandelnden Fluss, zuschreibt. Der Abstand zwischen den Plagen hätte dann 30 Tage betragen. [Ich glaube, dies ist ein Druckfehler und sollte „21 Tage“ lauten, wie der Autor in seinem Kommentar zu 7,25 angibt. Ed.] Andererseits, aus den Worten: „sieben Tage wurden vollendet“ (7,15), haben wir gelernt, dass der Abstand zwischen den Plagen sieben Tage betrug. Das hätte für alle Plagen gegolten, so dass wir die Zeit gleichmäßig aufteilen können zwischen Zeiten, in denen Erleichterung herrschte, und Zeiten, in denen eine der Plagen wirkte. Wenn wir davon ausgehen, dass Mose seine Laufbahn als Prophet am 15. Nissan begann und dass Gott sieben Tage brauchte, um ihn zu überzeugen, seinen Auftrag anzunehmen, dann entsprechen diese sieben Tage den sieben Tagen, die das jüdische Volk nach der Erlösung als Passahfest feiern würde. [Auf diese Theorien hatte der Autor bereits in seinem Kommentar zu 4,10 und 4,18 im Zusammenhang hingewiesen]. Im Anschluss an den 21. Nissan kehrte Mose zunächst nach Midian zurück. Er hätte sofort nach Ägypten gehen sollen, aber er musste nach Midian zurückkehren, um die Erlaubnis zu erhalten, von seinem Eid gegenüber Jitro entbunden zu werden, dass er das Land nicht ohne seine Erlaubnis verlassen würde. Das ist der Grund, warum die Tora schreiben musste (4,18, dass Mose nach Midian und zu seinem Schwiegervater zurückkehrte, und dass Gott ihm in 4,19 sagte, er solle nach Ägypten gehen). Gott sprach zu ihm „in Midian“, d.h. er sagte ihm: „Da du in Midian einen Eid geschworen hast, musst du in Midian von diesem Eid entbunden werden.“

Mose reiste dann nach Ägypten, wo er und Aaron eine Audienz beim Pharao arrangierten, als der König ihnen sagte, dass er Haschem nicht kenne usw. Alle nachfolgenden Entwicklungen, einschließlich des neuen Dekrets für die Israeliten, ihr eigenes Stroh bereitzustellen, hätten innerhalb von acht Tagen bis zum Ende des Monats Nissan stattfinden können. Einem Midrasch zufolge zog sich Mose dann für drei Monate zurück und wurde von niemandem mehr gesehen. Damit sind wir am Ende des Monats Tammuz angelangt. Die Blutplage hätte die ersten sieben Tage in Av betroffen. Es folgte eine Erleichterung bis zum Ende des Monats. Die Froschplage und die anschließende Linderung nahmen den Monat Elul ein. Dieses Muster setzte sich bis zum Monat Adar fort, als die Heuschreckenplage verordnet wurde. Die Plage der Finsternis ereignete sich in den ersten sieben Tagen des Nissan, gefolgt von nur sieben Tagen Pause. Die Plage des Sterbens der Erstgeborenen ereignete sich in der Nacht vom 14. auf den 15. Nissan, so dass der Zeitraum von Moses' Offenbarung am Dornbusch bis zum Exodus genau 12 Monate betrug. Die Formulierung in der Mischna im Ediot, dass sich die Gerichte gegen die Ägypter über einen Zeitraum von 12 Monaten erstreckten, darf also nicht für bare Münze genommen werden, sondern die Mischna meinte, dass von dem Zeitpunkt, an dem Gott diese Gerichte angeordnet hatte, 12 Monate bis zur Erlösung verstrichen.

 

Damit du erzählst... Tradition HaSchems

שמות י':ב'

(ב) וּלְמַ֡עַן תְּסַפֵּר֩ בְּאׇזְנֵ֨י בִנְךָ֜ וּבֶן־בִּנְךָ֗ אֵ֣ת אֲשֶׁ֤ר הִתְעַלַּ֙לְתִּי֙ בְּמִצְרַ֔יִם וְאֶת־אֹתֹתַ֖י אֲשֶׁר־שַׂ֣מְתִּי בָ֑ם וִֽידַעְתֶּ֖ם כִּי־אֲנִ֥י יְ־הֹוָֽה׃

(2) Und damit du erzählest deinen Kindern und Kindeskindern, wie ich mich wunderthätig bewiesen an den Ägyptern und meine Zeichen, die ich getan unter ihnen, und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.

Fragen

1.     Und damit du erzählst –

a.       wird also die gesamte Plagengeschichte nur aufgeführt, damit wir an Pessach etwas schönes zu erzählen haben?

b.       Und warum gerade hier der Befehl zu erzählen? Warum nicht am Anfang oder am Ende?

2.     Söhne und Enkel – wieso nicht weiter?

3.     Meine Zeichen – das wurde doch soeben im ersten Posuk gesagt?

a.       Was sind die Zeichen?

                                                                            i.     Plagen?

                                                                          ii.     Die verhärtung der Herzen?

                                                                         iii.     Dass sie überhaupt widerstehen konnten?

4.     Und ihr werdet erkennen –

a.       Genau an dieser Plage? Oder an allen? – es heisst meine Zeichen: Mehrzahl.

b.       Könnten wir das nicht ohne diese Zeichen auch??

c.       Hätten es nicht auch schöne Zeichen sein können?

d.       Wieso Plagen?

Antworten – Die Heuschreckenplage hat ein Echo bis ans Ende der Zeit

1.       Ja, sicher auch!

a.       Es geht aber noch weiter: Es soll ja das Volk Yisroel an Pessach eigentlich ihre Einsetzung als Botschafter für HaSchem in dieser Welt feiern und begehen und erinnern. Und dafür benötigt man auch die öffentliche Bestätigung SEINER Herrschaft und Allmacht. Und daher sind die zehn Mackes essenziell, um SEINE absolute Kontrolle in allen Welten zu demonstrieren.

b.      Ramban macht eine Verbindung zur Plage in Joels Zeit. Heuschrecken sind eine immer wiederkehrende Plage, die immer mal wieder auch „Biblische Ausmasse“ annimmt. Von daher ist es etwas, das den Völkern immer wieder die zehn Mackes in Erinnerung ruft.

c.       Warum zwischen 7 und 8? 7 ist die perfektion dieser Welt, 8 ist schon nicht mehr von dieser Welt! Sozusagen transzendiert die Zeit. Genau was diese Plage macht: ihr Echo hallt bis zum Ende der Zeiten wider (Joel, und bis in heutige Zeit). (Alexander) Allerdings gab es auch immer wieder Seuchen mit Beulenpest und Ähnlichem. Nicht klar.

2.       Söhne und Enkel – unsere Weisen sagen doch dass, wenn ein Mensch seine Enkel auf dem Richtigen Weg gehen sieht, dann kann er beruhigt dahingehen.  

a.       Midrasch Rabba (und Ramban im Namen dieses Midraschs) sagt davka genau diese Plage sollst du weitererzählen, auch wieder mit Verweis auf Yoiel. Heisst das stützt unsere obige Vermutung, dass das Echo dieser Plage eben immer wieder kommt.

b.       Allerdings sind alle diese Plagen deutlich abgesetzt von dieser hier:

                                                     i.     Es sind immer viele verschiedene Heuschreckenarten involviert

                                                    ii.     Sie kommen ausnahmslos von Westen nach Osten. Hier aber kommen sie von Osten! (siehe unten, „der heilige Ostwind“.

3.       Alexander: Im ersten Posuk sind die Zeichen für den Pharoi und die Mitzrer, im zweiten, hier für die Kinder Yisroels: Ihr müsst wissen, dass ich HaSchem bin, der euch aus Mitzrayim herausgenommen hat. Hier geht es um die Pessach Haggode.

 

 

Heuschrecken: Der Schrecken der Völker, Die Armeen HaSchems

 

Lekach Toiv und Yoiel lohnen sich, genau zu lesen. Dann erhält man ein sehr klares Bild davon, was diese letzte „Landplage“ für ein gewaltiges Wunder ist, und wieso sie auch so furchterregend war:

 

לקח טוב שמות י':ד'

(ד) כי אם מאן אתה – זו התראה.

הנני מביא מחר ארבה בגבולך – לא לזמן מרובה אני מדחה אותך אלא מחר.

Wenn Du ablehnst – dies ist eine Warnung

Siehe, morgen werde ich die Heuschrecke in deine Grenzen schicken – Nicht auf längere Frist bedinge ich es mir aus, nein: Morgen!

ארבה שמו על שהוא הרבה, שנאמר חילי הגדול (יואל ב':כ"ה), היה הארבה אוכל ואינו נאכל, היה נופל על פני המצרי ואוכלו ומנקר את עיניו.

Er heisst „Vieler (Arbeh)“, denn viele sind sie (Harbeh), wie geschrieben steht (Yoiel 2:25) Mein grosser Soldat, die Heuschrecke frisst, und wird nicht gefressen, sie fielen auf die Gesichter der Mitzrer und frassen deren Augen heraus.

(ה) וכסה את עין הארץ – זה השמש, כי כענן גדול הוא בא, ולא יוכל בן אדם לראות את הארץ, מרוב הארבה שכיסה את הארץ.

Und er wird „das Auge der Erde“ bedecken – das ist die Sonne, denn wie eine riesige Wolke kommt er, und der Mensch kann die Erde nicht mehr sehen, massenhaft ist die Heuschrecke, so dass sie die gesamte Erde bedeckt.

ואכל את יתר הפלטה – זה החטה והכוסמת.

Und er frass den Rest der noch ausstehenden Ernte – Das ist Weizen und Dinkel, die spät reifen.

(ו) ומלאו בתיך ובתי כל עבדיך ובתי כל מצרים – בכל המכות הוא היה לקה תחלה

Und sie werden dein Haus und das deiner Diener füllen, und jenes aller Mitzrer – Bei allen Plagen wurde er (Pharoi) als erster geschlagen.

 

Binnen eines Tages wurde das gesamte Gebiet dieses riesigen Landes exakt den Grenzen entlang mit Heuschrecken einer einzigen riesigen Art zugedeckt. Man konnte aufgrund dieser Plage die genauen Grenzen Mitzrayims festlegen und sämtliche Grenzstreitigkeiten beilegen.

Das alleine ist schon ein gewaltiges Ness, ausserhalb jeder natürlichen Erklärung.

Gemäss Interpretationen unserer Weisen dieses Midraschs: Zuerst frassen sie die Felder leer, dann die Speicher, dann die Häuser, und eben sogar die Augen der Menschen...

Bei Yoiel wird dann noch einiges klarer:

יואל ב':כ"ה

(כה) וְשִׁלַּמְתִּ֤י לָכֶם֙ אֶת־הַשָּׁנִ֔ים אֲשֶׁר֙ אָכַ֣ל הָאַרְבֶּ֔ה הַיֶּ֖לֶק וְהֶחָסִ֣יל וְהַגָּזָ֑ם חֵילִי֙ הַגָּד֔וֹל אֲשֶׁ֥ר שִׁלַּ֖חְתִּי בָּכֶֽם׃

Und ich werde euch die Jahre vergüten, welche die Heuschrecke auffrass, der Lecker, der Zerstörer, und der Kahlfresser, meine grossen Soldaten (Kriegshelden), die ich über euch gebracht habe.

 

Wann, wie, wo?

יואל ב':א'

( (ב) י֧וֹם חֹ֣שֶׁךְ וַאֲפֵלָ֗ה י֤וֹם עָנָן֙ וַעֲרָפֶ֔ל כְּשַׁ֖חַר פָּרֻ֣שׂ עַל־הֶהָרִ֑ים עַ֚ם רַ֣ב וְעָצ֔וּם כָּמֹ֗הוּ לֹ֤א נִֽהְיָה֙ מִן־הָ֣עוֹלָ֔ם וְאַֽחֲרָיו֙ לֹ֣א יוֹסֵ֔ף עַד־שְׁנֵ֖י דּ֥וֹר וָדֽוֹר׃

Ein Tag der Dunkelheit und Finsternis, ein Tag der Wolken und Nebel, wie ein isolierter Morgen auf den Bergen, ein Volk, zahlreich und mächtig wie dieses war nie und wird nimmer sein danach, wird nicht zusammengezogen für viele Generationen.

Das grossmächtige Volk ist eine milliardenschwere Heuschreckenwolke, ein Heer von „HaSchems Soldaten“. Sie verdunkeln den Himmel wie eine riesige Wolke, bis Finsternis herrscht, selbst über den höchsten Berggipfeln.

(ג) לְפָנָיו֙ אָ֣כְלָה אֵ֔שׁ וְאַחֲרָ֖יו תְּלַהֵ֣ט לֶהָבָ֑ה כְּגַן־עֵ֨דֶן הָאָ֜רֶץ לְפָנָ֗יו וְאַֽחֲרָיו֙ מִדְבַּ֣ר שְׁמָמָ֔ה וְגַם־פְּלֵיטָ֖ה לֹא־הָ֥יְתָה לּֽוֹ׃

(ד) כְּמַרְאֵ֥ה סוּסִ֖ים מַרְאֵ֑הוּ וּכְפָרָשִׁ֖ים כֵּ֥ן יְרוּצֽוּן׃

Vor ihm frass das Feuer und nach ihm züngelt die Flamme, wie ein Garten Eden liegt das Land vor ihm, und nach ihm: Wüste, leer, auch Überbleibsel kennt er nicht.

Wie das Abbild von Pferden ist seine Erscheinung, und wie Ritter rennen sie.

Sie sind wie ein Wildfeuer, sie hinterlassen totale Verwüstung und nichts überlebt ihren Zug. Sie lecken und fressen alles auf, und sie sind wie die disziplinierten, organisierten Ritterhorden, die in Windeseile daherkommen, unaufhaltsam.

(ה) כְּק֣וֹל מַרְכָּב֗וֹת עַל־רָאשֵׁ֤י הֶהָרִים֙ יְרַקֵּד֔וּן כְּקוֹל֙ לַ֣הַב אֵ֔שׁ אֹכְלָ֖ה קָ֑שׁ כְּעַ֣ם עָצ֔וּם עֱר֖וּךְ מִלְחָמָֽה׃

(ו) מִפָּנָ֖יו יָחִ֣ילוּ עַמִּ֑ים כׇּל־פָּנִ֖ים קִבְּצ֥וּ פָארֽוּר׃

Wie das Geräusch von Wagen die über Berge ziehen, wie die Stimme des Feuers Flamme, fressend das Stroh, wie zahlloses Volk bereitet zum Kriege.

Vor seinem Angesichte erbeben Völker, Gesichter aschegleich erbleichen.

(ז) כְּגִבּוֹרִ֣ים יְרֻצ֔וּן כְּאַנְשֵׁ֥י מִלְחָמָ֖ה יַעֲל֣וּ חוֹמָ֑ה וְאִ֤ישׁ בִּדְרָכָיו֙ יֵֽלֵכ֔וּן וְלֹ֥א יְעַבְּט֖וּן אֹרְחוֹתָֽם׃

Wie Helden rennen sie, wie Kriegsvolk erklimmen sie Mauern, und jeder geht seinen genauen Weg, und jeder hält seinen Kurs.

(ח) וְאִ֤ישׁ אָחִיו֙ לֹ֣א יִדְחָק֔וּן גֶּ֥בֶר בִּמְסִלָּת֖וֹ יֵלֵכ֑וּן וּבְעַ֥ד הַשֶּׁ֛לַח יִפֹּ֖לוּ לֹ֥א יִבְצָֽעוּ׃

Sie stossen sich nicht gegenseitig, jeder geht gemäss seinem Auftrag, sie durchbrechen Phalanxen unverwundet.

(ט) בָּעִ֣יר יָשֹׁ֗קּוּ בַּֽחוֹמָה֙ יְרֻצ֔וּן בַּבָּתִּ֖ים יַעֲל֑וּ בְּעַ֧ד הַחַלּוֹנִ֛ים יָבֹ֖אוּ כַּגַּנָּֽב׃

Sie stürmen die Stadt, auf den Mauern rennen sie, in die Häuser dringen sie ein durch die Fenster, wie Diebe.

 (י) לְפָנָיו֙ רָ֣גְזָה אֶ֔רֶץ רָעֲשׁ֖וּ שָׁמָ֑יִם שֶׁ֤מֶשׁ וְיָרֵ֙חַ֙ קָדָ֔רוּ וְכוֹכָבִ֖ים אָסְפ֥וּ נׇגְהָֽם׃

Die Erde bebt vor ihnen. Der Himmel erzittert. Sonne und Mond verfinstern sich, und die Sterne ziehen ihren Glanz zurück.

 (יא) וַי־הֹוָ֗ה נָתַ֤ן קוֹלוֹ֙ לִפְנֵ֣י חֵיל֔וֹ כִּ֣י רַ֤ב מְאֹד֙ מַחֲנֵ֔הוּ כִּ֥י עָצ֖וּם עֹשֵׂ֣ה דְבָר֑וֹ כִּֽי־גָד֧וֹל יוֹם־יְ־הֹוָ֛ה וְנוֹרָ֥א מְאֹ֖ד וּמִ֥י יְכִילֶֽנּוּ׃

Der HERR lässt seine Stimme vor seinem Heer erschallen; denn sein Heer ist sehr groß, denn mächtig ist der, der seinen Befehl ausführt. Denn groß ist der Tag des HERRN und sehr furchtbar – und wer kann ihn ertragen?

 

Heuschrecken; haben Pharos Diener Tschuve gemacht?

 

שמות י':ז'

) וַיֹּאמְרוּ֩ עַבְדֵ֨י פַרְעֹ֜ה אֵלָ֗יו עַד־מָתַי֙ יִהְיֶ֨ה זֶ֥ה לָ֙נוּ֙ לְמוֹקֵ֔שׁ שַׁלַּח֙ אֶת־הָ֣אֲנָשִׁ֔ים וְיַֽעַבְד֖וּ אֶת־יְהֹוָ֣ה אֱלֹהֵיהֶ֑ם הֲטֶ֣רֶם תֵּדַ֔ע כִּ֥י אָבְדָ֖ה מִצְרָֽיִם׃

 

Man könnte meinen, die Diener Pharos hätten Tschuve gemacht. Dem ist aber nicht so, wie aus OrHachayim sehr gut hervorgeht:

אור החיים שמות י':ז'

ז) עד מתי יהי' וגו' – לא שהסכימו לשלח ישראל בהחלט כי הנבואה שאמר ה' למשה הכבדתי וגו' תכחיש זה אלא שרצו שילכו באופן שיחזרו ודאי ולזה תמצא כשאמר משה בנערינו ובזקנינו וגו' וגרש' פרעה לא יספו דבר עוד בדבר הזה גם פיהם ענה בם כי לא האמינו בסדר המעשה כי אלהי העברים הגדול הגבור והנורא נטה ידו בהם לשלוח ישראל אלא שהיו יוקשים בהם ואין לך כפירה באמיתות הענין כזה.

אור החיים שמות י':ז'

7) עד מתי יהיה זה לנו למוקש, „wie lange wird dieser noch eine Schlinge für uns sein?“Die Diener des Pharaos waren ganz sicher nicht bereit, die Israeliten ziehen zu lassen, denn die Prophezeiung, die Gott zu Mose gesagt hatte, nämlich dass er sowohl das Herz des Pharaos als auch das seiner Diener verstockt hatte, würde einer solchen Annahme widersprechen.Alles, was die Diener im Sinn hatten, war, dafür zu sorgen, dass die Israeliten so aufbrachen, dass sie mit Sicherheit zurückkehren würden, nachdem sie ihre Opfer dargebracht hatten.Deshalb verfolgten die Diener die Angelegenheit nicht weiter, nachdem Mose deutlich gemacht hatte, dass sie sowohl ihre Kinder als auch ihre Alten mitnehmen würden. Schon ihre Worte bewiesen, dass sie die Berufung des Mose auf Gott als treibende Kraft hinter den Forderungen der Israeliten nur als eine Falle betrachteten. Sie konnten nicht glauben, dass der große und mächtige Gott, dessen Existenz Mose bewiesen hatte, sich die Mühe machen würde, die Ägypter zu bestrafen, um die Israeliten für drei Tage in die Wüste ziehen zu lassen. Es gibt keine größere Verleugnung Gottes als diese.

 

שמות י':ט'

(ט) וַיֹּ֣אמֶר מֹשֶׁ֔ה בִּנְעָרֵ֥ינוּ וּבִזְקֵנֵ֖ינוּ נֵלֵ֑ךְ בְּבָנֵ֨ינוּ וּבִבְנוֹתֵ֜נוּ בְּצֹאנֵ֤נוּ וּבִבְקָרֵ֙נוּ֙ נֵלֵ֔ךְ כִּ֥י חַג־יְהֹוָ֖ה לָֽנוּ׃

(י) וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵהֶ֗ם יְהִ֨י כֵ֤ן יְהֹוָה֙ עִמָּכֶ֔ם כַּאֲשֶׁ֛ר אֲשַׁלַּ֥ח אֶתְכֶ֖ם וְאֶֽת־טַפְּכֶ֑ם רְא֕וּ כִּ֥י רָעָ֖ה נֶ֥גֶד פְּנֵיכֶֽם׃

(יא) לֹ֣א כֵ֗ן לְכֽוּ־נָ֤א הַגְּבָרִים֙ וְעִבְד֣וּ אֶת־יְהֹוָ֔ה כִּ֥י אֹתָ֖הּ אַתֶּ֣ם מְבַקְשִׁ֑ים וַיְגָ֣רֶשׁ אֹתָ֔ם מֵאֵ֖ת פְּנֵ֥י פַרְעֹֽה׃

 

 

 

Die Götzendiener machen Geschäfte mit ihren Götzen

שמות י':י"ג

יג) וַיֵּ֨ט מֹשֶׁ֣ה אֶת־מַטֵּ֘הוּ֮ עַל־אֶ֣רֶץ מִצְרַ֒יִם֒ וַֽיהֹוָ֗ה נִהַ֤ג רֽוּחַ־קָדִים֙ בָּאָ֔רֶץ כׇּל־הַיּ֥וֹם הַה֖וּא וְכׇל־הַלָּ֑יְלָה הַבֹּ֣קֶר הָיָ֔ה וְר֙וּחַ֙ הַקָּדִ֔ים נָשָׂ֖א אֶת־הָאַרְבֶּֽה׃

(יד) וַיַּ֣עַל הָֽאַרְבֶּ֗ה עַ֚ל כׇּל־אֶ֣רֶץ מִצְרַ֔יִם וַיָּ֕נַח בְּכֹ֖ל גְּב֣וּל מִצְרָ֑יִם כָּבֵ֣ד מְאֹ֔ד לְ֠פָנָ֠יו לֹא־הָ֨יָה כֵ֤ן אַרְבֶּה֙ כָּמֹ֔הוּ וְאַחֲרָ֖יו לֹ֥א יִֽהְיֶה־כֵּֽן׃

.. vordem gab es keine solche und es wird niemals wieder eine solche Plage geben.

Raschi bringt Joel, wo die Plage noch schlimmer war als bei Moische, aber eben: Sehr viele verschiedene Arten von Heuschrecken, und hier: nur eine einzige, riesige Art.

Joel:

יואל ב':ב'

ב) י֧וֹם חֹ֣שֶׁךְ וַאֲפֵלָ֗ה י֤וֹם עָנָן֙ וַעֲרָפֶ֔ל כְּשַׁ֖חַר פָּרֻ֣שׂ עַל־הֶהָרִ֑ים עַ֚ם רַ֣ב וְעָצ֔וּם כָּמֹ֗הוּ לֹ֤א נִֽהְיָה֙ מִן־הָ֣עוֹלָ֔ם וְאַֽחֲרָיו֙ לֹ֣א יוֹסֵ֔ף עַד־שְׁנֵ֖י דּ֥וֹר וָדֽוֹר׃

(ג) לְפָנָיו֙ אָ֣כְלָה אֵ֔שׁ וְאַחֲרָ֖יו תְּלַהֵ֣ט לֶהָבָ֑ה כְּגַן־עֵ֨דֶן הָאָ֜רֶץ לְפָנָ֗יו וְאַֽחֲרָיו֙ מִדְבַּ֣ר שְׁמָמָ֔ה וְגַם־פְּלֵיטָ֖ה לֹא־הָ֥יְתָה לּֽוֹ׃

 

רש"י יואל ב':ב'

ב) כשחר פרוש על ההרים – הארבה והגזם נפרשים על ההרים כשחר הנפרש בכל העולם.

כמוהו לא נהיה מן העולם – לבוא כל המינים הללו זה אחר זה אבל מין ארבה לבדו לא היה כמו אותו של מצרים שנאמר ואחריו לא יהיה כן (שמות י':י"ד).

Der heilige Ostwind – gegen jedes Naturgesetz

 

Es gibt aber noch etwas, das sehr speziell und einmalig ist bei dieser Plage, und das ist - Ostwind: Zu der Jahreszeit dieser Plage ist in Ägypten überhaupt kein speziell starker Wind angesagt, denn der wäre im Frühjahr, und da waren noch die 7 vorherigen Plagen aktuell. Jetzt, im Winter, ist kein Wind angesagt, schon gar nicht in GANZ Ägypten. Denn Ägypten ist aufgeteilt in zwei generelle Regionen: Die Meeresküsten und Berge des Sinai, und der meist flache, wüsten-Norden. Es ist daher nur ein einziger Wind, der normaler Weise im Fühjahr weht, der eventuell, ganz eventuell, ganz Ägypten abdecken könnte: Der Chamsin. Und der weht ausschliesslich von März bis Mai. Und er kommt von Süden oder max. Südosten, aber ganz sicher NICHT von Osten.

Denn auf der Nordhalbkugel gilt ein ehernes Gesetz: Wetter kommt immer von Westen. Ostwinde werden nur von speziellen geogr. Gegebenheiten erzeugt, und die sind in Ägypten nicht vorhanden.

Das heisst, dass jede wind-getragene Plage A: Im Frühjahr einsetzen muss, und B: von Westen oder maximal von Süden kommt, aber ganz, ganz sicher nicht von Osten.

Und weiter gilt somit: Auch die Tatsache, dass dann ein heftiger WESTwind davka die Plage wegtrug, ist exakt entgegengesetzt zum natürlichen Vorgang: Normaler Weise bringt der Westwind die Plage, und nimmt sie nicht mit, respektive befördert sie dann ev. Einfach weiter. Es ist jedoch kaum der Fall, dass GANZ Ägypten aufs Mal von einem riesigen Westwindsturm betroffen wäre.

Und daher konnte Pharo sofort sehen, dass, obwohl scheinbar natürlich, diese Heuschreckenplage total gegen viele Naturgesetze geht, die in Ägypten seit jeher gelten: Es kommen immer mehrere Arten Heuschrecken, und die kommen IMMER aus dem Süden oder Südwesten, aber niemals aus dem Osten.

Rabbeinun Bachya erwähnt noch etwas: Ostwinde bringen immer einen Fluch mit sich. Wo immer in Tanach Ostwind erwähnt wird, kommt mit ihm ein tödliches Ereignis.

Ereignisse im Zusammenhang mit Ostwind:

Die Heuschrecken in Ägypten

Die Spaltung des Schilfmeers

Jeremia 18,17 schreibt über die überlebenden Stämme Jehuda und Benjamin: „Ich werde sie vor dem Feind zerstreuen wie einen Ostwind.“

Über die anderen zehn Stämme (vor ihrem Exil) schreibt Hosea 13,15: „Ein Ostwind des Herrn wird aus der Wüste heraufwehen, und er wird seine Quelle versiegen lassen, und seine Quelle wird verdorren.“

Bei der Beschreibung des Exils Israels heißt es in Jesaja 27,8: „Er griff sie an mit unbändigem Zorn, und sein erbarmungsloser Ostwind trieb sie fort an einem stürmischen Tag.“

In der Bibel finden sich noch mehr solcher Zitate, die einen Zusammenhang zwischen Ostwind und Unheil herstellen.

הבוקר היה ורוח הקדים נשא את הארבה, „Als es Morgen wurde, trug der Ostwind die Heuschrecken davon.“ Der Ostwind brachte Unheil mit sich, während ein Westwind das Unheil beseitigte. Deshalb schrieb die Tora (Vers 19): „Haschem drehte einen starken Westwind um; er trug die Heuschrecken weg zum Meer und spuckte sie dort aus.

 

 

 

Warum reagiert Pharo so schnell: Er fürchtet, dass die Heuschrecken Eier legen!

 

 לקח טוב שמות י':י"ד

יד) ויעל הארבה וגו' וינח – בוא וראה כמה גדולים מעשה ה', הארבה הזה מונח בארץ במקום שאין אדם רואה אותם, ואינו אוכל ואינו שותה, והוא חי בדברו של הקב"ה, וכיון שמצוה עליו לילך לאכול יבולה של ארץ שהכעיסוהו, הוא ננער ומתגבר לעשות שליחותו של הקב"ה, שנאמר כצל בנטותו נהלכתי ננערתי כארבה (תהלים ק"ט:כ"ג), אבל חיילותיו של בשר ודם הוא צריך ליתן להם מתנות תמיד לעמוד במלחמותיו, ואינם יכולים להלחם בהרים ובחומות, שאין הסוסים יכולין לעלות לשם, אבל ארבה זה מה כתוב בו, כמראה סוסים מראהו, כקול מרכבות על ראשי ההרים, בעיר ישוקו בחומה ירוצון בבתים יעלו בעד החלונים יבואו כגנב (יואל ב':ד'-ט'), ועליהם נאמר הילק הגזם והחסיל חילי הגדול (שם שם כ"ה).

 

שמות י':ט"ז

(טז) וַיְמַהֵ֣ר פַּרְעֹ֔ה לִקְרֹ֖א לְמֹשֶׁ֣ה וּֽלְאַהֲרֹ֑ן וַיֹּ֗אמֶר חָטָ֛אתִי לַיהֹוָ֥ה אֱלֹֽהֵיכֶ֖ם וְלָכֶֽם׃

Und Pharo beeilte sich, Mosche und Aharoin zu rufen, und sagte „ich habe mich an ..eurem G0tt...und an Euch versündigt.

Der Pharo sieht HaSchem immer noch als einen Götzen, wenn auch einen sehr, sehr mächtigen, und Moscheh ist dann der „G0tt“ unter dem „Obergott“.

 

Siehe Rabbeinu Bachye hier:

 

17) ועתה שא נא חטאתי אך הפעם והעתירו לה' אלו-היכם, „und nun vergib mir bitte meine Sünde nur dieses eine Mal und bitte den Herrn, deinen Gott.“ Nachmanides weist darauf hin, dass der Pharao hätte sagen sollen: „Bete zum Herrn, dass er mir meine Sünde vergibt.“ Schließlich war es nicht an Mose, Sünden zu vergeben. Der Grund, warum er seine Bitte so formulierte, war, dass Gott Mose in den Augen des Pharaos zu einer Gottheit ernannt hatte (vgl. 7,1). Der Grund, warum der Pharao den Plural, d.h. העתירו, verwendet, ist die Ehrung von Aaron. Der Pharao wusste ganz genau, dass nur Mose das Beten übernehmen würde. Mose hatte ihm schon zweimal gesagt: „Ich will den Herrn anflehen“ (8,25 und 8,5).

רק את המות הזה, „nur diesen Tod“. Dies lehrt, dass die Menschen auch während der Heuschreckenplage starben, so wie sie an den Folgen des Hagels gestorben waren. Vielleicht wurden sie durch die Heuschrecken blind und verunglückten dadurch tödlich. Aus der Zeit Josuas wird berichtet, dass die Hautkrankheit Tzoraat Blindheit verursachte (Sotah 36). Oder der Grund, warum der Pharao diese Plage als „diesen Tod“ bezeichnete, war, dass die Heuschrecke, nachdem der Hagel die Ernte, die Erde und die Früchte vernichtet hatte, das auffraß, was noch übrig war. Folglich hatte der Pharao recht, wenn er die Situation in Ägypten als „diesen Tod“ bezeichnete. Die Tora fügt das Wort רק, „nur“, als Hinweis darauf hinzu, dass er die Dinge nur vorübergehend so sah. Sobald es eine Erleichterung geben würde, würde er seine Meinung ändern. Was ihm in diesem Moment als hoffnungslos erschien, würde plötzlich eine völlig neue Dimension annehmen. Er würde denken, dass er das Schlimmste überlebt hatte, was der jüdische Gott ihm antun konnte. Er verriet seinen endgültigen Sinneswandel, indem er Mose bat, Gott „nur in diesem Augenblick“ anzuflehen. Er deutete damit an, dass es keine Zeit mehr geben würde, in der er die Fürsprache des Mose bräuchte.

ר' בחיי שמות י':י"ז

יז) ועתה שא נא חטאתי אך הפעם והעתירו לה' אלהיכם – פירש הרמב"ן ז"ל היה ראוי שיאמר העתירו לה' שישא חטאתי כי אין משה נושא עון, אבל הזכיר כן למשה שהוא אלהים לפרעה. ואמר העתירו לשון רבים לכבוד אהרן, כי יודע היה פרעה כי משה לבדו הוא המעתיר כי כבר אמר לו כמה פעמים והעתרתי אל ה' למתי אעתיר לך וכתיב ויעתר אל ה'.

רק את המות הזה – למדך שהיו בני אדם מתים במכת הארבה כשם שהיו מתים במכת הברד, ואולי היה הארבה מסמא את עיניהם כענין הצרעה בזמן יהושע. או יאמר את המות הזה לפי שכל פירות האדמה נשתדפו בברד ואחר כך בא הארבה לכלות מה שהשאיר הברד ואחר שתי מכות אלה לא נשתיירה מחיה לבני אדם בארץ, והנה זה להם מות. והזכיר לשון רק לפי שפעמים רבות אירע לפרעה שהיה מחלה פני משה להעתיר על המכה ובסור המכה היה חוזר בו ומכביד את לבו על כן יאמר עתה איני שואל ממך שתעתיר לעולם בשבילי רק שתעתיר הפעם הזאת בלבד להסיר ממני המות הזה וזה טעם רק למעט פעמים אחרות.

 

שמות י':ו'

) וּמָלְא֨וּ בָתֶּ֜יךָ וּבָתֵּ֣י כׇל־עֲבָדֶ֘יךָ֮ וּבָתֵּ֣י כׇל־מִצְרַ֒יִם֒ אֲשֶׁ֨ר לֹֽא־רָא֤וּ אֲבֹתֶ֙יךָ֙ וַאֲב֣וֹת אֲבֹתֶ֔יךָ מִיּ֗וֹם הֱיוֹתָם֙ עַל־הָ֣אֲדָמָ֔ה עַ֖ד הַיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה וַיִּ֥פֶן וַיֵּצֵ֖א מֵעִ֥ם פַּרְעֹֽה׃

Und sie werden dein Haus füllen, und die Häuser all deiner Diener, und das Haus ganz Mitzrayims, wie es Deine Väter und die Väter deiner Väter nicht gesehen haben, vom Tage ihrer Existenz auf dieser Erde bis zu diesem Tage, und er wandte sich und verliess den Ort Pharos.

 

 Er wird auch die Häuser füllen: Und daher dann der Vers 17:

 

שמות י':י"ז

(יז) וְעַתָּ֗ה שָׂ֣א נָ֤א חַטָּאתִי֙ אַ֣ךְ הַפַּ֔עַם וְהַעְתִּ֖ירוּ לַיהֹוָ֣ה אֱלֹהֵיכֶ֑ם וְיָסֵר֙ מֵֽעָלַ֔י רַ֖ק אֶת־הַמָּ֥וֶת הַזֶּֽה׃

Und Du, nur dies eine Mal, vergib mir bitte meine Sünde und flehe zu HaSchem ..nimm nur diesen Tod von mir:

 

Die Heuschrecken frassen nicht nur die neu wachsenden Pflanzen und Früchte, sondern auch alle Vorräte in den Häusern! Das bedeutet sofortige Hungersnot und Tod binnen weniger Wochen!

 

Nun hätten die Mitzrer sich zur Not noch ernähren können von den Heuschrecken selbst. Sie versuchten also, die Heuschrecken einzufangen. Aber Raschi im Namen von Midrasch Rabba sagt genau, dass die Heuschrecken dann alle restlos verschwanden:

 

שמות י':י"ט

(יט) וַיַּהֲפֹ֨ךְ יְהֹוָ֤ה רֽוּחַ־יָם֙ חָזָ֣ק מְאֹ֔ד וַיִּשָּׂא֙ אֶת־הָ֣אַרְבֶּ֔ה וַיִּתְקָעֵ֖הוּ יָ֣מָּה סּ֑וּף לֹ֤א נִשְׁאַר֙ אַרְבֶּ֣ה אֶחָ֔ד בְּכֹ֖ל גְּב֥וּל מִצְרָֽיִם׃

(19) Und der Herr sandte einen sehr starken Westwind der trug die Heuschrecken und stieß sie in das Schilfmeer; es blieb nicht zurück eine Heuschrecke im ganzen Gebiete Ägyptens.

 

שמות רבה מחולק לפסוקים שמות י':י"ט

(יט) [ז] וַיּהֲפֹךְ ה' רוּחַ יָם, מַהוּ לֹא נִשְׁאַר אַרְבֶּה אֶחָד – אָמַר רַבִּי יוֹחָנָן כֵּיוָן שֶׁבָּא אַרְבֶּה שָׂמְחוּ הַמִּצְרִיִּים, אָמְרוּ נִקְבֹּץ וּנְמַלֵּא מֵהֶם חָבִיּוֹת. אָמַר הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא רְשָׁעִים בַּמַּכָּה שֶׁהֵבֵאתִי עֲלֵיכֶם בָּהּ אַתֶּם שְׂמֵחִים, מִיָּד וַיַּהֲפֹךְ ה' רוּחַ יָם חָזָק מְאֹד, זֶה רוּחַ מַעֲרָבִית.

וַיִּשָּׂא אֶת הָאַרְבֶּה וגו' – מַהוּ לֹא נִשְׁאַר אַרְבֶּה אֶחָד – אֲפִלּוּ מַה שֶּׁהָיוּ בַּקְּדֵירוֹת וּבֶחָבִיּוֹת מְלוּחוֹת פָּרְחוּ וְהָלְכוּ לָהֶם, וַיְחַזֵּק ה' אֶת לֵב פַּרְעֹה.

Midrasch Rabba:

Der Herr ließ einen sehr starken Westwind aufkommen, der die Heuschrecken mit sich riss und sie ins Rote Meer warf; in ganz Ägypten blieb nicht eine einzige Heuschrecke übrig. Der Herr verstockte das Herz des Pharao, und er ließ die Kinder Israel nicht ziehen“ (Exodus 10,19-20).

Der Herr drehte ... einen Westwind ... da blieb nicht eine einzige Heuschrecke übrig“ - sagte Rabbi Yoḥanan: Als die Heuschrecken kamen, freuten sich die Ägypter. Sie sagten: Lasst uns Fässer mit ihnen füllen. Der Heilige, gepriesen sei Er, sagte: Ihr Bösen, freut ihr euch über die Plage, die ich über euch gebracht habe? Sogleich „drehte der Herr einen sehr starken Westwind [yam]“; das ist der Westwind [maaravit]. „Er trug die Heuschrecken...“ - was heißt ‚es blieb nicht eine einzige Heuschrecke übrig‘? Sogar das, was in den Töpfen und Fässern gesalzen war, flog weg und ging weg. „Der Herr verstockte das Herz des Pharao.“

 

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)


 

 

Der EINZIGE G0tt versus Pharoi, der Flussgötze Mitzrayims

Weshalb Pharoi Moische selbst unter Todesdrohung nicht ziehen lassen kann.

 

HaSchem hat mittels der Serie der Plagen die gesamte Ereigniskette auf diesen singulären Punkt hingelenkt!

Würde Pharoi erlauben, ein ganzes Volk dem EINEN dienen zu lassen, fiele seine eigene Götzliche Position und sein Lebenszweck dahin.

שמות י':ח'

(ח) וַיּוּשַׁ֞ב אֶת־מֹשֶׁ֤ה וְאֶֽת־אַהֲרֹן֙ אֶל־פַּרְעֹ֔ה וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵהֶ֔ם לְכ֥וּ עִבְד֖וּ אֶת־יְ־הֹוָ֣ה אֱ־לֹהֵיכֶ֑ם מִ֥י וָמִ֖י הַהֹלְכִֽים׃

Man brachte Mose und Aaron zu Pharao zurück, und er sprach zu ihnen: Gehet, dienet dem Herrn, euerm Gott! Welche sind es, die gehen sollen?

(ט) וַיֹּ֣אמֶר מֹשֶׁ֔ה בִּנְעָרֵ֥ינוּ וּבִזְקֵנֵ֖ינוּ נֵלֵ֑ךְ בְּבָנֵ֨ינוּ וּבִבְנוֹתֵ֜נוּ בְּצֹאנֵ֤נוּ וּבִבְקָרֵ֙נוּ֙ נֵלֵ֔ךְ כִּ֥י חַג־יְ־הֹוָ֖ה לָֽנוּ׃

Da sprach Mose: Mit unsern Jungen und mit unsern Alten wollen wir gehen; mit unsern Söhnen und unsern Töchtern, mit unsern Schafen und unserm Rindvieh wollen wir gehen, denn ein Fest des Herrn haben wir.

(י) וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵהֶ֗ם יְהִ֨י כֵ֤ן יְ־הֹוָה֙ עִמָּכֶ֔ם כַּאֲשֶׁ֛ר אֲשַׁלַּ֥ח אֶתְכֶ֖ם וְאֶֽת־טַפְּכֶ֑ם רְא֕וּ כִּ֥י רָעָ֖ה נֶ֥גֶד פְּנֵיכֶֽם׃

Da sprach [Pharao] zu ihnen: So sei der Herr mit euch, wie ich euch ziehen lasse samt euern Kindern! Sehet, dass euch Böses bevorsteht.

(יאלֹ֣א כֵ֗ן לְכֽוּ־נָ֤א הַגְּבָרִים֙ וְעִבְד֣וּ אֶת־יְ־הֹוָ֔ה כִּ֥י אֹתָ֖הּ אַתֶּ֣ם מְבַקְשִׁ֑ים וַיְגָ֣רֶשׁ אֹתָ֔ם מֵאֵ֖ת פְּנֵ֥י פַרְעֹֽה׃

Nicht so! Gehet doch, ihr Männer, und dienet dem Herrn, denn nur dies verlangt ihr ja! Und man trieb sie hinaus von Pharao.

 

Eine harte kulturelle Grenze.

Die Mitzrer sehen die Welt als dualistisch: Gut und Böse streiten unablässig.

Und als von unzähligen unabhängigen Kräften regiert, die miteinander in ewigem Widerstreit liegen. Weiterhin ist der Dienst an einem ihrer Götzer nur Männersache, Frauen und Kinder haben damit nichts zu tun. Und: Diese Götzer sind eben völlig losgelöst vom Alltag aller anderen Götzer in anderen Bereichen.

Nicht so die Kinder Yisroels. HaSchem ist Eins, ER hat ALLES erschaffen und kontrolliert jeden Moment die gesamte Schöpfung.

(siehe Malbim).

((Hier kommt dann sofort die Frage nach dem Bösen auf, und danach, was das eigentlich sei und warum nur der Mensch böses tut?

Diese Frage wird andernorts genauer erläutert, alle unsere Weisen haben sich sehr intensiv damit beschäftigt, und wir müssen die Antwort hier weglassen.))

Wichtig ist hier das Konzept: Das gesamte Volk, inklusive Frauen und Kindern, und sogar dem Vieh, soll HaSchem jeden Moment dienen!

((zum Thema, dass die gesamte Schöpfung nur zur Ehre und Ruhme HaSchems existiert und daher auch dient, gibt es viele Erklärungen. Eine sehr gute ist die Rede des Maharal zu Prag zum Schabbos HaGodoil (vor Pessach, also genau zu unserer Parascha hier). Link:  https://he.wikisource.org/wiki/%D7%93%D7%A8%D7%A9%D7%95%D7%AA_%D7%94%D7%9E%D7%94%D7%A8%22%D7%9C/%D7%93%D7%A8%D7%95%D7%A9_%D7%9C%D7%A9%D7%91%D7%AA_%D7%94%D7%92%D7%93%D7%95%D7%9C  ))

Und Wenn HaSchem befiehlt in die Wüste zu gehen zum Dienst, dann muss das getan werden.

Das ist für den Pharoi vollkommen verrückt und unglaubwürdig.

Auch haben die Mitzrer aus den Schafen Götzen gemacht und sie angebetet. Der Widdergott gilt als der Schöpfer der Menschen. Er formt sie aus Nilschlamm und setzt sie in den Mutterleib.

Und nun gehen wir und schlachten die für unseren G0tt!!

Und dann noch im Monat seines Sternbildes, des Tale, Schafs!

Das geht doch nicht!

Er kann dieses Konzept per Definition nicht akzeptieren, weil er sonst sich selbst und seine Quasi-„Göttlichkeit“ annuliert!

Wir schlachten diesen Götzen nicht nur, wir vermehren uns auch völlig übernatürlich und drei bis sechs mal schneller als die Mitzrer!!

 

Malbim ist wesentlich freundlicher mit Pharoi als wir:

 

Malbim:

Übersetzung der englischen Übersetzung bei Alhatorah.org

{Die Bedeutung der wiederholten Formulierung „mit unseren Söhnen... mit unseren Schafen und Rindern“.}
Moshe antwortete: „Mit unseren Jungen und mit unseren Alten werden wir gehen.“ Nach dieser allgemeinen Antwort, dass sie alle gehen würden, fuhr Moshe fort und bezog sich auf die Absicht Pharaos bei seiner Frage und erklärte: Mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern, mit unseren Schafen und mit unseren Rindern werden wir gehen. Auch wenn dir das widersprüchlich erscheinen mag, so ist es bei uns nicht so, denn es ist ein Fest für den Ewigen für uns alle. Unser Gott ist ein einziger Gott, und von Ihm gehen sowohl das Böse als auch das Gute aus. Deshalb ziemt es sich, dass wir Sühneopfer und Brandopfer darbringen und auch vor Ihm erscheinen, um gemeinsam mit unseren Frauen und Kindern zu jubeln. Beide Aspekte sind im Namen dieses Festes enthalten – einerseits eine Gelegenheit zur Freude und andererseits eine Gelegenheit, Opfer darzubringen.

(10) ER SPRACH ZU IHNEN. Dass ihr sagt, ihr seid verpflichtet, Opfer darzubringen, bedeutet, dass ihr einen bösartigen Gott verehren wollt – und deshalb werde ich eure Kleinen nicht gehen lassen. Da das Böse euch gegenübersteht und eure Mission darin besteht, einen bösen Geist zu besänftigen, der heimlich im Hinterhalt auf euch lauert, wie könnte ich da die Jungen schicken, die er in den Bergen töten könnte?

(Wie Moshe später tatsächlich erinnerte, als er für die Israeliten bat: Damit sie nicht sagen, Er habe sie zum Bösen herausgeführt.) Möge der Ewige also mit euch sein – Worte, die Pharao nicht als Fluch meinte, sondern als Segen; nämlich: „Möge diese Quelle des Bösen sich besser von euch fernhalten.“

(11) SO WIRD ES NICHT SEIN, SONDERN LASST EURE MÄNNER GEHEN... DENN DAS IST EURE SUCHE. Er flehte: Da ihr entschlossen seid, euch auf die Suche nach diesem bösen Geist zu begeben, der auf euch lauert, so geht hinaus, um zu bitten, zu besänftigen und vor ihm zu beten, dass das Böse keine Macht über euch habe. Aber dann braucht ihr eure Jungen nicht.

 

מלבי"ם שמות י':ט'

(ט) ויאמר משה בנערינו ובזקנינו נלך – היא תשובה כללית ר"ל שנלך כלנו, ועתה הסב פניו אל שאלת פרעה השיב בבנינו ובבנותינו, וגם בצאננו ובבקרנו נלך, והגם שאצלך יש בזה סתירה, אין זה אצלנו כי חג ה' לנו, ואלהינו אל אחד מאתו הרעות והטובות ויצדקו בין זבחי רצון ועולות נדבה בין השמחה עם הנשים והטף, ששניהם נכללו בשם חג שמורה השמחה ומורה הבאת הקרבנות, וכמ"ש באילת השחר [כלל תקמ"ה]:

(י) ויאמר אלהם – אמר להם לפי דבריכם שאתם צריכים לזבחים א"כ עבודתכם הוא לפועל הרע א"כ לא אשלח את טפכם, ראו כי רעה נגד פניכם, הלא מבואר שאתם הולכים לרצות פני פועל הרעות והוא מוכן נגד פניכם ואיך אשלח את הטף להרוג אותם בהרים, וכמ"ש משה בתפלתו פן יאמרו ברעה הוציאם, וע"כ אמר יהי כן ה' עמכם שאינו קללה רק ברכה, כי הפועל הרע טוב יותר שלא יהיה עמהם:

(יא) לא כן לכו נא הגברים וכו' כי אותה אתם מבקשים – בקשה זו הוא מענין תפלה, ר"ל הלא אתם הולכים לבקש אותה היינו את הרעה שהיא נגד פניכם תלכו לבקש ולחלות אותה לבקש מלפניה רצון שהרעה בל תרע לכם [כמו בצאנם ובבקרם ילכו לבקש את ה' [הושע ד'] לבקש את ה' צבאות [זכריה ח'] וא"כ איך תקחו את הטף:

 

Midrasch Rabba ist eher auf unserer Linie:

 

(י-יא) [ה] וַיֹּאמְרוּ עַבְדֵי פַרְעֹה וגו׳ וַיּוּשַׁב אֶת משֶׁה וְאֶת אַהֲרֹן וגו׳ וַיֹּאמֶר משֶׁה בִּנְעָרֵינוּ וּבִזְקֵנֵינוּ וגו׳ וַיֹּאמֶר אֲלֵיהֶם יְהִי כֵן ה׳ עִמָּכֶם וגו׳. מַהוּ רָעָה נֶגֶד פְּנֵיכֶם אָמַר לָהֶם דֶּרֶךְ הַבַּחוּרִים וְהַזְּקֵנִים לִזְבֹּחַ, שֶׁמָּא הַקְּטַנִּים וְהַטַּף, וּמִי שֶׁאוֹמֵר דָּבָר זֶה אֵין דַּעְתּוֹ אֶלָּא לִבְרֹחַ, לֹא כְּמָה שֶׁאַתֶּם אוֹמְרִים: דֶּרֶךְ שְׁלשֶׁת יָמִים (שמות ה׳:ג׳, ח׳:כ״ג), לְפִיכָךְ רְאוּ שֶׁאוֹתָהּ שֶׁאַתֶּם מְחַשְׁבִים שֶׁיֵּשׁ בְּדַעְתְּכֶם לִבְרֹחַ הִיא תָּשׁוּב נֶגֶד פְּנֵיכֶם שֶׁלֹא תֵצְאוּ מִכָּאן, הֲדָא הוּא דִכְתִיב: לְכוּ נָא הַגְּבָרִים, אָמַר לוֹ אִם תֹּאמַר: לֹא כֵן מַחְשְׁבוֹתֵינוּ לִבְרוֹחַ, אִם כֵּן יֵאָמְנוּ דִבְרֵיכֶם, לְכוּ נָא הַגְּבָרִים, כִּי הַטַּף אֵינָן בְּנֵי עֲבוֹדָה לָמָּה אַתֶּם צְרִיכִין לָהֶם, אֶלָּא כִּי אֹתָהּ אַתֶּם מְבַקְּשִׁים, רָעָה אַתֶּם מְבַקְּשִׁים לַעֲשׂוֹת, לִבְרֹחַ אַתֶּם חֲפֵצִים, לְפִיכָךְ אֵינִי שׁוֹמֵעַ לָכֶם לִכְלוּם. מִיָּד צִוָּה וְגֵרַשׁ אוֹתָם מִשָּׁם, הֲדָא הוּא דִכְתִיב: וַיְּגָרֶשׁ אֹתָם מֵאֵת פְּנֵי פַרְעֹה.

 

„Und die Diener Pharaos sagten usw. Und er ließ Moshe und Aharon zurückkehren usw. Und Moshe sagte: Mit unseren Jungen und mit unseren Alten usw. Und er sagte zu ihnen: So sei es, der HERR sei mit euch usw.“Was bedeutet „רָעָה נֶגֶד פְּנֵיכֶם“ (Böses vor eurem Angesicht)?
Er sagte zu ihnen: Es ist die Art der jungen Männer und der Alten zu opfern – vielleicht die Kleinen und die Kinder? Und wer eine solche Sache sagt, dessen Absicht ist nichts anderes als zu fliehen – nicht so, wie ihr sagt: „einen Weg von drei Tagen“ (Schemot 5:3; 8:23).
Deshalb seht: Jene Sache, die ihr in eurem Sinn habt, um zu fliehen, die wird sich gegen euch wenden, sodass ihr von hier nicht herauskommt.
Das ist es, was geschrieben steht: „Geht doch, die Männer“ (Schemot 10:11). Er sagte zu ihm: Wenn du sagst: „Unsere Absichten sind nicht zu fliehen“, dann mögen eure Worte wahr sein – „geht doch, die Männer“. Denn die Kinder sind keine, die zum Dienst fähig sind – wozu braucht ihr sie?
Sondern weil ihr genau das sucht: Böses sucht ihr zu tun, zu fliehen seid ihr bestrebt.
Deshalb höre ich euch in keiner Weise zu. Sofort befahl er und vertrieb sie von dort. Das ist es, was geschrieben steht: „Und er vertrieb sie von vor Pharaos Angesicht.“

 

Ramban ist genau in Linie mit dem Midrasch, er führt noch verschiedene Übersetzungsvarianten des Onkelos an.

 

Kognitive Dissonanz – ein Weltbild muss einstürzen

 

Der Netziv ist wieder eher auf Malbims Linie:

Er führt an, dass der Pharoi, menschlich absolut gerecht, sich um die Kleinkinder sorgt, die doch in der Wüste sicherlich umkämen, Hungers und Durstes stürben!

Es ist menschlich unlogisch, Kleinkinder und Babys in die Wüste mitzunehmen, um einem Götzen zu dienen!!

(Damit gibt der Pharoi indirekt zu, dass die Götzen garnichts ausrichten können! Sie können die Kinder nicht schützen und nicht am Leben erhalten, gegen die lebensfeindlichen Bedingugnen in der Wüste!).

 

HaSchem verursacht bei den Mitzrern einen unglaublichen inneren Sturm der Gedanken, Gefühle und Überzeugungen. Sie wollen einerseits ihre Sklaven behalten und ihr Glaubenssystem aufrechterhalten.

Andererseits sehen sie ein ganzes Volk, das mit aller Macht danach strebt, in die absolut tödliche, riesige, feindliche Wüste des Sinai zu entweichen, um dort auf Befehl ihres „ausschliesslich guten“ G0ttes des sicheren Todes zu sterben!

Das macht keinen Sinn.

Das führt sie zu dem was heute in Psychosprech „Kognitive Dissonanz“ genannt wird: Mehrere Spirituell-intelllektuell-emotionell nicht auflösbare, im Lebensgrundsatz sich gegenseitig ausschliessende Handlungs-, Denk- und Fühl-Anforderungen.

An diesem Punkt muss eigentlich ihr gesamtes Weltbild und Lebenskonzept zusammenbrechen.

 

Später, wenn dann die Völker der Erde sehen, dass die Kinder Yisroels in dieser Wüste bestens leben, nicht nur überleben, sondern gedeihen, dann wird für alle offensichtlich, dass HaSchem eben die Welt führt und kontorlliert.


 

Finsternis

 

שמות י':כ"א

כא)  וַיֹּ֨אמֶר יְהֹוָ֜ה אֶל־מֹשֶׁ֗ה נְטֵ֤ה יָֽדְךָ֙ עַל־הַשָּׁמַ֔יִם וִ֥יהִי חֹ֖שֶׁךְ עַל־אֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם וְיָמֵ֖שׁ חֹֽשֶׁךְ׃

 

Schemot 10:21

1)      Haschem sagte zu Mosche: „Streck deine Hand zum Himmel aus und lass eine Finsternis über das Land Ägypten kommen, damit man die Finsternis spürt.“

 

שמות י':כ"ב

(כב) וַיֵּ֥ט מֹשֶׁ֛ה אֶת־יָד֖וֹ עַל־הַשָּׁמָ֑יִם וַיְהִ֧י חֹֽשֶׁךְ־אֲפֵלָ֛ה בְּכׇל־אֶ֥רֶץ מִצְרַ֖יִם שְׁלֹ֥שֶׁת יָמִֽים׃

(כג) לֹֽא־רָא֞וּ אִ֣ישׁ אֶת־אָחִ֗יו וְלֹא־קָ֛מוּ אִ֥ישׁ מִתַּחְתָּ֖יו שְׁלֹ֣שֶׁת יָמִ֑ים וּֽלְכׇל־בְּנֵ֧י יִשְׂרָאֵ֛ל הָ֥יָה א֖וֹר בְּמוֹשְׁבֹתָֽם׃

 

Schemot 10:22

(22) Mosche streckte seine Hand zum Himmel aus, und im ganzen Land Ägypten herrschte drei Tage lang absolute Finsternis.

(23) Sie sahen einander nicht, und niemand erhob sich drei Tage lang von seinem Platz; aber für ganz Israel war es hell in ihren Wohnungen.

 

Alexander denkt: Drei Tage ist das Maximum, das ein Mensch ohne Wasser in dem Klima überleben kann. In den drei Tagen, in denen sie sich nicht bewegen konnten,  konnten sie ja auch kein Essen und kein Wasser finden und zu sich nehmen! Siehe unten, Midrasch Rabba 14:3, zweiter Abschnitt.

 

Schemot Rabba 14:2

„Mose streckte seine Hand zum Himmel aus, und es herrschte drei Tage lang eine große Finsternis im ganzen Land Ägypten. Sie sahen einander nicht, und niemand erhob sich drei Tage lang von seinem Platz; aber für alle Kinder Israels war es hell in ihren Wohnungen“ (Exodus 10,22-23).

„Mose streckte seine Hand zum Himmel aus, und da war eine dichte Finsternis“. Woher kam diese Finsternis? Rabbi Yehuda und Rabbi Neḥemya, Rabbi Yehuda sagt: Von der himmlischen Finsternis, wie es heißt: „Er machte die Finsternis zu Seinem geheimen Ort, zu Seinem Pavillon um Ihn herum“ (Psalmen 18:12). Rabbi Neḥemya sagte: Von der Finsternis der Gehenna, wie es heißt: „Ein Land der Finsternis, gleich der Schwärze, der Schatten des Todes und der Unordnung, [wo das Licht gleich der Finsternis ist]“ (Hiob 10:22). Wehe dem Haus, dessen Fenster sich in die Dunkelheit öffnen, wie es heißt: „Wo das Licht wie Finsternis ist.“ Und so heißt es: „An dem Tag, als er ins Grab hinabstieg, ließ ich die Tiefe trauern [he'evalti] und sich über ihn bedecken“ (Hesekiel 31,15), hovalti steht geschrieben.

Rabbi Yehuda bar Rabbi sagte: Womit werden die Gottlosen in der Gehenna bedeckt? Mit Finsternis. Ḥizkiyya sagte: Diese Wanne, womit bedeckt man sie? Mit einem irdenen Gefäß, mit derselben Substanz; so wie sie aus irdenem Material ist, so bedeckt man sie mit einem irdenen Gefäß. Dasselbe gilt für die Bösen, wie es heißt: „Ihre Taten liegen im Dunkeln“ (Jesaja 29,15); deshalb bedeckt der Heilige, gepriesen sei Er, sie mit der Tiefe, die dunkel ist, wie es heißt: „Und Finsternis auf der Oberfläche der Tiefe“ (1. Mose 1,2). Man kann also sagen: Die Finsternis, die über Ägypten kam, kam aus dem Inneren der Gehenna.

 

Schemot Rabba 14:3

Warum hat der Heilige, gepriesen sei Er, gepriesen sei Sein Name, vor dem es keine Bevorzugung gibt und der die innersten Gedanken und Gefühle erforscht, Finsternis über sie gebracht? Weil es unter den Israeliten Sünder gab, die ägyptische Schutzherren hatten, die Reichtum und Ehre besaßen und nicht weggehen wollten. Der Heilige, gepriesen sei Er, sagte: Wenn ich öffentlich eine Plage über sie bringe und sie sterben, werden die Ägypter sagen: So wie es uns erging, so erging es auch ihnen. Deshalb ließ Er drei Tage lang Dunkelheit über die Ägypter kommen, damit sie ihre Toten begraben konnten und ihre Feinde sie nicht sahen, und sie den Heiligen, gepriesen sei Er, dafür lobten.

Was ist dichte Finsternis? Rabbi Avdimi von Haifa sagte: Es war Dunkelheit um ein Vielfaches. Unsere Rabbiner sagten: Es waren sieben Tage der Finsternis. Wie das? An den ersten drei Tagen stand derjenige, der saß und aufstehen wollte, und derjenige, der stand und sitzen wollte, saß. Über diese Tage heißt es: „Drei Tage lang herrschte eine dichte Finsternis im ganzen Land Ägypten. Sie sahen einander nicht.“ An drei anderen Tagen konnte einer, der saß, nicht stehen, einer, der stand, nicht sitzen, und einer, der hockte, konnte sich nicht aufrichten. Über sie heißt es: „Und niemand erhob sich drei Tage lang von seinem Platz.“

[Der Heilige, gepriesen sei Er, schenkte dem Volk Gunst in den Augen der Ägypter, und sie liehen ihnen. Denn [während dieser Tage] betraten die Israeliten die Häuser der Ägypter und sahen in ihnen silberne und goldene Gefäße und Gewänder. [Wenn die Ägypter dann sagten: „Wir haben nichts, was wir euch geben könnten“, sagten die Israeliten zu ihnen: 'Seht, es ist an diesem und jenem Ort. In diesem Moment würden die Ägypter sagen: Hätten sie versucht, uns zu täuschen, hätten sie sie in den Tagen der Dunkelheit genommen, und wir hätten es nicht gemerkt, denn sie hatten sie schon gesehen. Und da sie sie nicht ohne unser Wissen berührt haben, werden sie sie auch nicht behalten. Sie haben sie geliehen, in Erfüllung dessen, was gesagt wird: „Dann werden sie mit großem Besitz herauskommen“ (1. Mose 15,14). Das ist es, was geschrieben steht: „Aber für alle Kinder Israels gab es Licht...“ Es heißt nicht, dass im Land Goschen Licht war, sondern „in ihren Wohnungen“, denn überall, wo ein Jude hinkam, kam Licht hinein und erleuchtete ihm, was in den Fässern, Kisten und Schatztruhen war. Und in Bezug auf sie heißt es: „Dein Wort ist eine Leuchte für meine Füße [und ein Licht für meinen Weg]“ (Psalm 119:105).

Dies sind die sechs Tage der Finsternis, die in Ägypten herrschten. Der siebte [Tag] der Finsternis war der Tag der Finsternis am Meer, wie es heißt: „Da war die Wolke und die Finsternis, und sie erleuchtete die Nacht“ (Exodus 14,20). Der Heilige, gepriesen sei Er, sandte also eine Wolke und Finsternis und verdunkelte für Ägypten und erleuchtete für Israel, wie Er es in Ägypten getan hatte, und in diesem Zusammenhang heißt es: „Der Herr ist mein Licht und meine Rettung“ (Psalm 27,1). Auch in der Zukunft wird der Heilige, gepriesen sei Er, Finsternis bringen, wie es heißt: „Denn siehe, Finsternis wird die Erde bedecken...“ (Jesaja 60,2).

 

שמות רבה מחולק לפסוקים שמות י':כ"א

[א] וַיֹּאמֶר ה' אֶל משֶׁה נְטֵה יָדְךָ עַל הַשָּׁמַיִם – הֲדָא הוּא דִכְתִיב: שָׁלַח חשֶׁךְ וַיַּחְשִׁךְ וְלֹא מָרוּ אֶת דְּבָרוֹ (תהלים ק"ה:כ"ח), רַבּוֹתֵינוּ אָמְרוּ עַל שֶׁלֹא קִבְּלוּ בְּמָרוּת דְּבָרוֹ שֶׁל הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא עֲלֵיהֶם.

דָּבָר אַחֵר: אָמַר הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא לַמַּלְאָכִים, הַמִּצְרִיִּים רְאוּיִין לִלְקוֹת בְּחשֶׁךְ, מִיָּד הִסְכִּימוּ כֻּלָּן כְּאַחַת וְלֹא הִמְרוּ. מַהוּ שָׁלַח חשֶׁךְ וַיַּחְשִׁךְ, לְמָה הַדָּבָר דּוֹמֶה לְאָדוֹן שֶׁסָּרַח עָלָיו עַבְדּוֹ, אָמַר לְאֶחָד לֵךְ וְהַכֵּהוּ חֲמִשִּׁים מַגְלְבִין, הָלַךְ וְהִכָּהוּ מֵאָה וְהוֹסִיף לוֹ מִשֶּׁלּוֹ, כָּךְ הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא יִתְעַלֶּה שָׁלַח חשֶׁךְ עַל הַמִּצְרִיִּים וְהוֹסִיף הַחשֶׁךְ מִשֶּׁלּוֹ, הֱוֵי: שָׁלַח חשֶׁךְ וַיַּחְשִׁךְ.

וְיָמֵשׁ חשֶׁךְ – כַּמָּה הָיָה אוֹתוֹ חשֶׁךְ, רַבּוֹתֵינוּ אָמְרוּ עָבֶה כְּדִינָר הָיָה, שֶׁנֶּאֱמַר: וְיָמֵשׁ חשֶׁךְ, שֶׁהָיָה בּוֹ מַמָּשׁ.

 

 

(כב-כג) [ב] וַיֵּט משֶׁה אֶת יָדוֹ עַל הַשָּׁמָיִם וַיְהִי חשֶׁךְ אֲפֵלָה – מֵהֵיכָן הָיָה הַחשֶׁךְ הַהוּא, רַבִּי יְהוּדָה וְרַבִּי נְחֶמְיָה, רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר מֵחשֶׁךְ שֶׁל מַעְלָה, שֶׁנֶּאֱמַר: יָשֶׁת חשֶׁךְ סִתְרוֹ סְבִיבוֹתָיו סֻכָּתוֹ (תהלים י"ח:י"ב). רַבִּי נְחֶמְיָה אָמַר מֵחשֶׁךְ שֶׁל גֵּיהִנֹּם, שֶׁנֶּאֱמַר: אֶרֶץ עֵפָתָה כְּמוֹ אֹפֶל צַלְמָוֶת וְלֹא סְדָרִים וגו' (איוב י':כ"ב), אוֹי לוֹ לַבַּיִת שֶׁחַלּוֹנוֹתָיו פְּתוּחִין לְתוֹךְ חשֶׁךְ, שֶׁנֶּאֱמַר: וַתֹּפַע כְּמוֹ אֹפֶל (איוב י':כ"ב). אוֹר שֶׁלָּה מִתּוֹךְ חשֶׁךְ, וְכֵן הוּא אוֹמֵר: בְּיוֹם רִדְתּוֹ שְׁאֹלָה הֶאֱבַלְתִּי כִּסֵּתִי עָלָיו אֶת תְּהוֹם (יחזקאל ל"א:ט"ו), הוֹבַלְתִּי כְּתִיב. רַבִּי יְהוּדָה בַּר רַבִּי אָמַר בַּמֶּה הָרְשָׁעִים מִתְכַּסִּים בַּגֵּיהִנֹּם, בַּחשֶׁךְ. חִזְקִיָּה אָמַר הַגִּיגִית הַזּוֹ בַּמֶּה מְכַסִּין אוֹתָהּ, בִּכְלִי חֶרֶס, מִינָהּ וּבָהּ, כְּשֵׁם שֶׁהִיא שֶׁל חֶרֶס כָּךְ מְכַסִּין אוֹתָהּ בִּכְלִי חָרֶס. כָּךְ הָרְשָׁעִים, שֶׁנֶּאֱמַר: וְהָיָה בְּמַחְשָׁךְ מַעֲשֵׂיהֶם (ישעיהו כ"ט:ט"ו), לְפִיכָךְ הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא מְכַסֶּה עֲלֵיהֶם אֶת הַתְּהוֹם שֶׁהוּא חשֶׁךְ, שֶׁנֶּאֱמַר: וְחשֶׁךְ עַל פְּנֵי תְהוֹם (בראשית א':ב'), זֶה גֵּיהִנֹּם. הֱוֵי אוֹמֵר חשֶׁךְ שֶׁבָּא עַל הַמִּצְרִים מִתּוֹךְ גֵּיהִנֹּם הָיָה.

 

[ג] חשֶׁךְ לָמָּה הֵבִיא עֲלֵיהֶן, יִתְבָּרַךְ שְׁמוֹ שֶׁל הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא שֶׁאֵין לְפָנָיו מַשּׂוֹא פָנִים וְהוּא חוֹקֵר לֵב וּבֹחֵן כְּלָיוֹת, לְפִי שֶׁהָיוּ פּוֹשְׁעִים בְּיִשְׂרָאֵל שֶׁהָיָה לָהֶן פַּטְרוֹנִין מִן הַמִּצְרִיִּים וְהָיָה לָהֶן שָׁם עשֶׁר וְכָבוֹד וְלֹא הָיוּ רוֹצִים לָצֵאת, אָמַר הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא אִם אָבִיא עֲלֵיהֶן מַכָּה בְּפַרְהֶסְיָא וְיָמוּתוּ, יֹאמְרוּ הַמִּצְרִיִּים כְּשֵׁם שֶׁעָבַר עָלֵינוּ כָּךְ עָבַר עֲלֵיהֶן, לְפִיכָךְ הֵבִיא עַל הַמִּצְרִיִּים אֶת הַחשֶׁךְ שְׁלשָׁה יָמִים כְּדֵי שֶׁיִּהְיוּ קוֹבְרִין מֵתֵיהֶם וְלֹא יִהְיוּ רוֹאִין אוֹתָן שׂוֹנְאֵיהֶם וְיִהְיוּ מְשַׁבְּחִין לְהַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא עַל כָּךְ.

מַהוּ חשֶׁךְ אֲפֵלָה, אָמַר רַבִּי אַבְדִּימֵי דְמִן חֵיפָה, אוֹתוֹ חשֶׁךְ כָּפוּל וּמְכֻפָּל הָיָה, רַבּוֹתֵינוּ אָמְרוּ שִׁבְעָה יָמִים שֶׁל חשֶׁךְ הָיוּ, כֵּיצַד שְׁלשָׁה יָמִים הָרִאשׁוֹנִים מִי שֶׁהָיָה יוֹשֵׁב וּבִקֵּשׁ לַעֲמֹד עוֹמֵד, וְהָעוֹמֵד בִּקֵּשׁ לֵישֵׁב יוֹשֵׁב, וְעַל אֵלּוּ הַיָּמִים נֶאֱמַר: וַיְהִי חשֶׁךְ אֲפֵלָה בְּכָל אֶרֶץ מִצְרַיִם שְׁלשֶׁת יָמִים לֹא רָאוּ אִישׁ אֶת אָחִיו. שְׁלשָׁה יָמִים אֲחֵרִים מִי שֶׁהָיָה יוֹשֵׁב לֹא הָיָה יָכוֹל לַעֲמֹד וְהָעוֹמֵד אֵינוֹ יָכוֹל לֵישֵׁב, וּמִי שֶׁהָיָה רוֹבֵץ אֵינוֹ יָכוֹל לִזְקֹף, עֲלֵיהֶן נֶאֱמַר: וְלֹא קָמוּ אִישׁ מִתַּחְתָּיו שְׁלשֶׁת יָמִים. וּבִשְׁלשֶׁת יְמֵי אֲפֵלָה נָתַן הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא חֵן הָעָם בְּעֵינֵי מִצְרַיִם וְהִשְׁאִילוּם, שֶׁהָיָה יִשְׂרָאֵל נִכְנַס לְתוֹךְ בָּתֵּיהֶן שֶׁל מִצְרִים וְהָיוּ רוֹאִין בָּהֶן כְּלֵי כֶסֶף וּכְלֵי זָהָב וּשְׂמָלוֹת, אִם הָיוּ אוֹמְרִים אֵין לָנוּ לְהַשְׁאִיל לָכֶם הָיוּ יִשְרָאֵל אוֹמְרִים לָהֶן הֲרֵי הוּא בְּמָקוֹם פְּלוֹנִי, בְּאוֹתָהּ שָׁעָה הָיוּ הַמִּצְרִיִּים אוֹמְרִים אִם הָיוּ אֵלּוּ רוֹצִים לְשַׁקֵּר בָּנוּ הָיוּ נוֹטְלִין אוֹתָן בִּימֵי הַחשֶׁךְ וְלֹא הָיִינוּ מַרְגִּישִׁין, שֶׁהֲרֵי רָאוּ אוֹתָן כְּבָר אַחַר שֶׁלֹא נָגְעוּ חוּץ מִדַּעְתֵּנוּ כְּמוֹ כֵן לֹא יַחֲזִיקוּ, וְהָיוּ מַשְׁאִילִין לָהֶן, לְקַיֵּם מַה שֶּׁנֶּאֱמַר: וְאַחֲרֵי כֵן יֵצְאוּ בִּרְכֻשׁ גָּדוֹל (בראשית ט"ו:י"ד), הֲדָא הוּא דִכְתִיב: וּלְכָל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל הָיָה אוֹר וגו', בְּאֶרֶץ גּשֶׁן לֹא נֶאֱמַר אֶלָּא בְּמוֹשְׁבֹתָם, שֶׁכָּל מָקוֹם שֶׁהָיָה יְהוּדִי נִכְנַס הָיָה אוֹר נִכְנַס וּמֵאִיר לוֹ מַה שֶּׁבַּחָבִיּוֹת וּבַתֵּבוֹת וּבַמַּטְמוֹנִיּוֹת. וַעֲלֵיהֶם נֶאֱמַר: נֵר לְרַגְלִי דְבָרֶךָ וגו' (תהלים קי"ט:ק"ה). הֲרֵי שִׁשָּׁה יָמִים שֶׁל חשֶׁךְ שֶׁהָיָה בְּמִצְרַיִם, וְהַשְּׁבִיעִי שֶׁל חשֶׁךְ, זֶה יוֹם חשֶׁךְ שֶׁל יָם, שֶׁנֶּאֱמַר: וַיְהִי הֶעָנָן וְהַחשֶׁךְ וַיָּאֶר אֶת הַלָּיְלָה (שמות י"ד:כ'), כָּךְ הָיָה הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא שׁוֹלֵחַ עָנָן וְחשֶׁךְ וּמַחְשִׁיךְ לְמִצְרַיִם וּמֵאִיר לְיִשְׂרָאֵל כְּשֵׁם שֶׁעָשָׂה לָהֶם בְּמִצְרַיִם, וְעַל זֶה נֶאֱמַר: ה' אוֹרִי וְיִשְׁעִי וגו' (תהלים כ"ז:א'). וְכֵן לֶעָתִיד לָבוֹא יָבִיא הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא חשֶׁךְ, שֶׁנֶּאֱמַר: כִּי הִנֵּה הַחשֶׁךְ יְכַסֶּה אֶרֶץ וגו' (ישעיהו ס':ב').

 

Hat Moische den Pharo aufgefordert, Opfergaben für sich mitzugeben?

 

שמות י':כ"ה

כה) וַיֹּ֣אמֶר מֹשֶׁ֔ה גַּם־אַתָּ֛ה תִּתֵּ֥ן בְּיָדֵ֖נוּ זְבָחִ֣ים וְעֹלֹ֑ת וְעָשִׂ֖ינוּ לַיהֹוָ֥ה אֱלֹהֵֽינוּ׃

Schemot 10:25

Mosche sagte: „Auch Du sollst Opfer und Brandopfer in unsere Hände geben, und wir werden sie HaSchem unserem Gott darbringen.

 

שמות רבה מחולק לפסוקים שמות י':כ"ה

(כה) [ד] וַיִּקְרָא פַרְעֹה אֶל משֶׁה וַיֹּאמֶר לְכוּ עִבְדוּ, וַיֹּאמֶר משֶׁה גַּם אַתָּה תִּתֵּן בְּיָדֵנוּ זְבָחִים וְעֹלֹת – אָמַר לֵיהּ משֶׁה לֹא תְהֵא סָבוּר שֶׁאָנוּ נִזְבַּח מִשֶּׁלָּנוּ כְּלוּם, אֶלָּא גַּם אַתָּה תִּתֵּן בְּיָדֵינוּ זְבָחִים וְעֹלֹת שֶׁנַּקְרִיב לְהַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא עַל שְׁמֶךָ.

Midrasch Rabba 25:4

Und Pharo rief Moische und sagte ihm: Geht, Opferdienst machen; Und Moische erwiderte: Auch Du sollst uns Deine Fest-Opfergaben und Emporopfergaben mitgeben, damit wir sie dem Heiligen, gelobt sei ER, in Deinem Namen darbringen.

 

Wir lernen daraus: Bis zuallerletzt versucht Moische – sicher auch auf Geheiss HaSchems – den Pharo zur echten, wirklichen Einkehr zu bringen, und HaSchem als Herrscher der GANZEN Schöpfung zu anerkennen – und damit die letzte, schreckliche Plage, die einzige wirkliches Strafe – abzuwenden.

Eine eigene Idee: Hätte Pharo hier eingelenkt, und freudig HaSchem anerkannt, und die Kinder Yisroels mit Freuden zu ihrem Opferdienst geschickt, wer weiss, die Geschichte hätte einen komplett anderen Verlauf genommen, und wir lebten schon lange im Paradies...

Keine toten Erstgeborenen, Kein Schilfmeer, keine Kriege, direkte Annahme der heiligen Toire am Berg Sinai, festlicher Einzug in Eretz Yisroel, Tempelbau, und Beginn der neuen Zeit?

Es gibt hier aber eine grosse Meinungsverschiedenheit.

Malbim und Or Hachayim schliessen aus, dass die Jiden für Pharo hätten Opfer bringen wollen und-oder können.

Dies aufgrund verschiedener Begründungen in den Quellen.

 

Malbim sagt:

Sklaven haben keinen eigenen Besitz, also wirst Du uns das Vieh geben, und es wird Dir zur Ehre gereichen.

Die Lehre, die wir daraus ziehen: Das Vieh würde, wie der Ochse bei Eliyahu dem Propheten, von selbst mitkommen, um geopfert zu werden. Genau so muss auch der Jude, wenn es darauf ankommt, sein Leben für HaSchem hingeben, wenn keine andere Möglichkeit mehr bleibt.

 

 

מלבי"ם שמות י':כ"ה

כה) ויאמר משה – השיב לו הלא כבר אמרתי לך שנעבוד את ה' בזבחים, וכיון שאתה אומר צאנכם ובקרכם יוצג בהכרח בדעתך שאתה תתן בידנו זבחים ועולות, אני אומר לך שגם אם אתה תתן בידנו זבחים ועולות, מכ"מ גם מקננו ילך עמנו, כי אנחנו לא נדע במה נעבד, ופן יאמר שרוצה שנקריב כל מקננו, ובמדרש א"ל משה לא תהיה סבור שאנו נזבח משלנו כלום אלא גם אתה תתן בידנו זבחים ועולות שנקריב להקב"ה על שמך, מפרש שאמרו לו דרך כבוד, אחר שאנו עבדי פרעה וכל מה שקנה עבד קנה רבו, א"כ הצאן והבקר אינם שלנו רק שלך ואנו לא נזבח משלנו כלום, רק גם אתה תתן בידנו זבחים ועולות, כי מה שנקריב הוא שלך וכאלו אתה נתת לנו שנקריב על שמך, ולכן גם מקננו ילך עמנו שממנו נקח לעבוד את ה' על שמך ולכבודך, ולא תאמר שדי במקצת הצאן והבקר, כי אנחנו לא נדע כמה יצוה להקריב לפניו, וע"ד המוסר אמר שמקננו ילך מעצמו ולא ירצה להשאר פה, כמו הפר של אליהו שהלך מעצמו להשחט לקרבן, וממנו נקח מוסר לעבוד את ה' ולמסור נפשותינו על כבוד שמו ע"ד מלפנו מבהמות ארץ:

 

Malbim Schemot 10:25

25) ABER MOSCHE ANTWORTETE. Da ich dir bereits mitgeteilt habe, dass wir dem Herrn mit Opfergaben dienen werden, muss es bedeuten, dass du uns dennoch rätst, deine Schafe und Rinder zurückzulassen, dass du uns mit Tieren versorgen willst, um Opfer und Brandopfer zu bringen. Aber auch wenn ihr uns mit Opfern versorgen wollt, werden wir unser eigenes Vieh mitnehmen, denn wir wissen nicht, was wir brauchen werden, um zu dienen, und es kann sein, dass er von uns verlangt, all unser Vieh zu opfern.

Der Midrasch führt aus: „Mosche sagte: Denkt nicht, dass wir nichts von unserem eigenen Vieh opfern werden; aber auch ihr werdet uns Opfer und Brandopfer bringen, um sie in eurem Namen vor den Heiligen zu bringen.“ Sie wandten sich respektvoll an Pharo und sagten zu ihm: „Da wir die Sklaven des Pharao sind und alles, was ein Sklave in Besitz nimmt, zum Eigentum seines Herrn wird, gehören diese Schafe und Rinder eigentlich nicht uns, sondern dir. Wir werden also nichts opfern, was uns gehört, sondern ihr werdet uns Opfer und Brandopfer bringen. Wir werden also das opfern, was euch gehört, und es wird so sein, als hättet ihr es uns gegeben, damit wir es in eurem Namen darbringen. Dementsprechend wird auch unser eigenes Vieh mit uns gehen, denn wir werden es nehmen, um dem Herrn zu dienen - in eurem Namen und zu eurer Ehre. Aber du kannst uns doch nicht sagen, dass ein paar Schafe und Rinder genügen, denn wir wissen nicht, was wir vor Ihm opfern müssen.“

Wenn man es als moralische Lehre versteht, sagte Mosche dem Pharao damit: Unser Vieh wird sich weigern, hier zu bleiben, sondern uns von sich aus folgen; so wie der Ochse des Elijahu von sich aus kam, um als Opfer geschlachtet zu werden Die Konsequenz für unseren eigenen Dienst an Gott ist, dass wir unser Leben für die Heiligung seines Namens opfern.

 

Or Hachayim sagt:

 

אור החיים שמות י':כ"ה

(כה) גם אתה תתן בידנו. קשה איך שאול ישאל עבד ה' זבחי אלהים מאיש בזוי וטמא אשר הרים פיו בקדוש ישראל נוסף על היותו נכרי החפץ לה' בזבח רשעים והגם שאמרה תורה איש איש לרבות (חולין י"ג:) אך ורק לא לשאול ממנו.

אכן דברי פי חכם דקדק בלשונו ואמר ועשינו שהיל"ל לעשות לה' אלהינו אלא נתכוונו לומר שהוא יתן בידם מקנה הראוי לזבחים ואנחנו נעשה לה' אלהינו לצורך עצמנו אלא שהוא ימציא להם מתנה שיסתפקו ממנה לזבחיהם לה' גם בזה לא קשה אומרו זבחים ועולות לתנא שאמר (מנחות ע"ג:) שאין מקבלין מאו"ג אלא עולה ולא שלמים והרי מקרא מלא דיבר הכתוב כאן זבחים ועולות ולדברינו לא קשה

Übersetzung or HaChayim:

 

25) גם אתה תתן בידנו זבחים, „auch du wirst in unsere Hände Fleischopfer geben usw.“ Es ist etwas schwer zu verstehen, warum ein Diener des einzigen Gottes einen eingefleischten Sünder wie den Pharao, der wiederholt seine Stimme gegen Gott erhoben hatte, bitten sollte, dem Gott der Hebräer seine Tiere als Opfer für ihn darzubringen. Wissen wir nicht, dass Gott die Opfergaben von Sündern hasst? Es stimmt zwar, dass wir in Chulin 13 gelernt haben, dass die Worte איש איש in Levitikus 22,18 die Grundlage für unser Urteil sind, dass Gott Opfer von Nichtjuden annimmt, aber das bedeutet sicherlich nicht, dass ein Jude einen Nichtjuden auffordern sollte, solche Opfer darzubringen!

Ein genauer Blick auf unseren Vers wird Ihnen zeigen, dass Mose solche Opfer nicht verlangt hat. Er hatte nur ועשינו לה' אלוהינו gesagt. Mose prophezeite, dass der Pharao den Juden freiwillig Tiere geben würde, die sich als Opfergaben für Gott eigneten, und dass die Israeliten diese Tiere für einen solchen Zweck für sich selbst verwenden würden. Die Tiere sollten als Geschenke des Pharaos an das jüdische Volk betrachtet werden, damit es genügend Tiere für seinen Bedarf hatte. Wir haben einen Beweis dafür, was Moses im Sinn hatte, denn wir werden in Menachot 63 gelehrt, dass die einzigen Opfer, die von Nichtjuden akzeptiert werden, Ganzopfer sind, im Gegensatz zu Friedensopfern. Da Mose auch von זבחים, d.h. von Friedensopfern sprach, ist klar, dass er nicht meinte, diese Tiere im Namen des Pharaos zu opfern..

 

Nicht 100% stichfest. Mosche hätte auch sagen können, Ganzopfer für Pharo, und Friedensopfer zusätzlich zu Ganzopfern für Israeliten.

Aber zusammen mit dem, dass man den Nichtjuden nicht einladen soll, Opfer zu bringen, vielleicht eben doch. Kommt dazu, dass Talmud Bavli viel älter ist als Schemois Rabba. Das hat dan Präferenz.

 

3 Tage oder für Ewig? HaSchem im Palast der Unreinheit

 

שמות י':כ"ז

(כז) וַיְחַזֵּ֥ק יְ־הֹוָ֖ה אֶת־לֵ֣ב פַּרְעֹ֑ה וְלֹ֥א אָבָ֖ה לְשַׁלְּחָֽם׃

Aber Gott machte fest das Herz Pharaos, und er wollte sie nicht ziehen lassen.(

(כח) וַיֹּֽאמֶר־ל֥וֹ פַרְעֹ֖ה לֵ֣ךְ מֵעָלָ֑י הִשָּׁ֣מֶר לְךָ֗ אַל־תֹּ֙סֶף֙ רְא֣וֹת פָּנַ֔י כִּ֗י בְּי֛וֹם רְאֹתְךָ֥ פָנַ֖י תָּמֽוּת׃

Und so sprach Pharao zu ihm: Gehe hinweg von mir, hüte dich, mein Antlitz wiederzusehen, denn an dem Tage, da du mein Antlitz siehest, wirst du sterben.

(כט) וַיֹּ֥אמֶר מֹשֶׁ֖ה כֵּ֣ן דִּבַּ֑רְתָּ לֹא־אֹסִ֥ף ע֖וֹד רְא֥וֹת פָּנֶֽיךָ׃

Mose sprach hierauf: Du hast recht; nicht wieder werd‘ ich dein Antlitz sehen.

 

 

 

שמות י"א:א'

וַיֹּ֨אמֶר יְהֹוָ֜ה אֶל־מֹשֶׁ֗ה ע֣וֹד נֶ֤גַע אֶחָד֙ אָבִ֤יא עַל־פַּרְעֹה֙ וְעַל־מִצְרַ֔יִם אַֽחֲרֵי־כֵ֕ן יְשַׁלַּ֥ח אֶתְכֶ֖ם מִזֶּ֑ה כְּשַׁ֨לְּח֔וֹ כָּלָ֕ה גָּרֵ֛שׁ יְגָרֵ֥שׁ אֶתְכֶ֖ם מִזֶּֽה׃

Schemot 11:1

Haschem sagte zu Mosche: „Ich werde noch eine Plage über Paro und Ägypten bringen, und danach wird er euch von diesem Ort vertreiben. Wenn er euch hinausschickt, ist es vollbracht; er wird euch sicher von diesem Ort vertreiben.

 

Rabbeinu Bachye sieht hier einen Hinweis auf die Letzten Tage:

ר' בחיי שמות י"א:א'

כשלחו כלה גרש יגרש – כלומר כאשר ישלח אתכם כלכם ישלח זהו כלה לא יניח אחד מכם בכאן. זה שהזכיר הנביא ע"ה בקבוץ גליות (יחזקאל ל"ט:כ"ח) ולא אותיר עוד מהם שם.

כשלחו כלה גרש יגרש, „wenn er sie wegschickt, wird er sie vertreiben“. Das Wort כלה bedeutet „in toto“, d.h. einschließlich aller Schafe und Rinder und aller ihrer beweglichen Habe. Kein einziger von ihnen wird zurückbleiben. Dies entspricht der Botschaft von Yecheskel 39,28 über die Erlösung der Zukunft: „Ich (Gott) werde nicht einen einzigen von euch zurücklassen.“

 

 

שמות י"א:א'

וַיֹּ֨אמֶר יְהֹוָ֜ה אֶל־מֹשֶׁ֗ה ע֣וֹד נֶ֤גַע אֶחָד֙ אָבִ֤יא עַל־פַּרְעֹה֙ וְעַל־מִצְרַ֔יִם אַֽחֲרֵי־כֵ֕ן יְשַׁלַּ֥ח אֶתְכֶ֖ם מִזֶּ֑ה כְּשַׁ֨לְּח֔וֹ כָּלָ֕ה גָּרֵ֛שׁ יְגָרֵ֥שׁ אֶתְכֶ֖ם מִזֶּֽה׃

 

Schemot 11:1

Haschem sagte zu Mosche: „Ich werde noch eine Plage über Paro und Ägypten bringen, und danach wird er euch von hier senden (3 tage in die Wüste – anm.) und wenn er euch gehen lässt, wird das die Vollendung (der von mir Dir schon erwähnten) Plagen sein; Vertreiben (permanent) wird er euch von hier.

 

 

 

 

Alexanders Hypothese: Der Posuk hat 3 Teile:

1. Teil Ankündigung von HaSchem auf die letzte Plage.

2. Teil: Was Pharo tun wird, nämlich sie auf „die verlangte Mission“ schicken, 3 Tage.

3. Teil: Was wirklich geschehen wird, nämlich dass sie für immer frei sein werden, nie mehr zurückkehren nach Ägypten.

 

Ramban:

Im Namen von Midrasch Rabba 18:1 – HaSchem „springt Moische an“, heisst kommt in den mit Götzen verseuchtenn Palast des Pharo, um Mosche noch die letzte Plage genau an Pharo weitergeben zu lassen, bevor ihn dieser permanent aus dem Palast unter Todesandrohung vertreibt.

 

Ramban Schemot 11:1 – HaSchem im Palast der Unreinheit

) UND DER EWIGE SPRACH ZU MOSE: NOCH EINE PLAGE WILL ICH ÜBER PHARAO BRINGEN. „Dies [die Prophezeiung] wurde zu ihm gesprochen, während er noch vor dem Pharao stand, denn nachdem er ihn verlassen hatte, sah er sein Gesicht nicht mehr.“ So die Sprache von Raschi.

Unsere Rabbiner haben in ähnlicher Weise gesagt: „G-tt sprang auf Mose. Er betrat sozusagen den Palast des Pharao, [der voll von Gräueln war], um Moses willen - der gesagt hatte: Ich will dein Angesicht nicht mehr sehen (Schemot 10,29) -, damit Moses nicht als Lügner gebrandmarkt würde.

Nun gibt es keine andere Gelegenheit, bei der der Heilige, gepriesen sei Er, zu Mose im Königspalast sprach, außer in diesem Augenblick. Woher können wir das ableiten? Aus dem Vers: „Sobald ich aus der Stadt gegangen bin, will ich meine Hände ausbreiten zum Ewigen. Nun aber sprang der Heilige, gepriesen sei Er, auf Mose zu und sprach zu ihm: Noch eine Plage mehr usw.“

Auch hier gibt es eine Verkürzung der Erzählung. G-tt sprach zu Mose: Noch eine Plage will ich über den Pharao bringen, und er teilte ihm die Art dieser Plage mit, indem er zu ihm sagte: Um Mitternacht will ich in die Mitte Ägyptens hinausgehen, ebenso wie die ganze Mitteilung, die in diesem Abschnitt steht [weiter in den Versen 5-8, als Moses' Ansprache an den Pharao im Namen G-ttes]. Aber die Schrift wollte den Bericht nicht in die Länge ziehen, indem sie zuerst erzählte, was G-tt zu Mose sagte, denn es genügte zu sagen, was Mose zum Pharao sagte, nämlich: So spricht der Ewige (Schemot 11,4), genau wie ich es im Fall der Heuschrecken erklärt habe. Es gibt viele solcher Abschnitte in der Tora. In diesem Seder (Abschnitt der Tora), in dem Abschnitt Heiligt Mir alle Erstgeborenen, kürzt die Schrift das Thema, das der Heilige, gesegnet sei Er, Moses mitteilte, und sie verlängert den Bericht über Moses Worte an das Volk, d.h. Gedenke dieses Tages usw., und so weiter bis zum Ende des gesamten Abschnitts. Es sind wirklich die Worte G-ttes an Moses, die er zu Israel in genau der Sprache sagte, mit der ihm befohlen wurde.

 

 

רמב"ן שמות י"א:א'

ויאמר י"י אל משה עוד נגע אחד – בעמדו לפני פרעה נאמר לו זה, שהרי משיצא מלפניו לא הוסיף ראות פניו, לשון רבינו שלמה.

וכך אמרו רבותינו (שמות רבה י"ח:א') קפץ עליו האלהים, כביכול נכנס בגולטין של פרעה בשביל משה שאמר: לא אוסיף עוד ראות פניך (שמות י':כ"ט), שלא ימצא בדאי. ואת מוצא שלא דבר הקב"ה עם משה בביתו של פרעה אלא אותה שעה, מנין, כצאתי את העיר וגו' (שמות ט':כ"ט), ועכשיו קפץ הקב"ה ודבר עם משה, שנאמר עוד נגע אחד אביא וגו'.

והנה גם בזה קצור בספורים, כי השם אמר לו עוד נגע אחד אביא על פרעה, והודיעו הנגע ההוא, ואמר לו כחצות הלילה אני יוצא בתוך מצרים (שמות י"א:ד'), וכל ענין הפרשה ההיא, אבל לא רצה הכתוב להאריך באמירה שאמר השם למשה, כי די במה שסיפר משה לפרעה: כה אמר י"י, כמו שפרשתי בארבה (רמב"ן שמות י':ב'). ובאו כענין הזה פרשיות רבות בתורה, ובסדר הזה פרשת קדש לי כל בכור (שמות י"ג:ב'), תקצר בדבור הקב"ה למשה, ותאריך בויאמר משה אל העם זכור את היום הזה (שמות י"ג:ג'), וגמר הפרשה כולה, והם דברי השם אל משה שאמרם לישראל בו בלשון שנצטוה.

 

Malbim: Pharo will Euch nur 3 Tage wegschicken, aber das Volk Mitzrer vertreibt euch gänzlich und permanent.

 

Malbim Schemot 11:1

(1) NOCH EINE WEITERE PLAGE. Zuvor (4:21,22) hatte Gott Mosche bereits gesagt, dass er trotz aller Plagen, die er über Pharao bringen würde, das Volk nicht ziehen lassen würde, bevor er von der letzten Plage der Erstgeborenen heimgesucht würde. Deshalb teilte er ihm zu diesem Zeitpunkt mit, dass die Zeit für diese letzte Plage gekommen sei. Dann wird er euch von hier wegschicken.

UND WENN ER EUCH GEHEN LÄSST. Der Pharao wird dann zustimmen, dass ihr in die Wüste geht, um Gott zu dienen; geht und dient dem Herrn, wie ihr gesagt habt (12:31). Doch nachdem er euch erlaubt hat zu gehen, werden die Ägypter unerbittlich darauf drängen, euch völlig zu vertreiben, damit ihr nicht zurückkehrt. (Siehe hierzu meine Erläuterung zu (12:33): „Die Ägypter drängten auf das Volk und beeilten sich, es aus dem Land zu vertreiben“).

Dementsprechend sagt der Vers hier, wenn er euch gehen lässt ('ke-shaleho'), wird er euch anschließend hinausstoßen ('garesh ye-garesh') - das ist der Bedeutungsunterschied zwischen schiluah (wegschicken) und gerush (vertreiben).

מלבי"ם שמות י"א:א'

עוד נגע אחד – כבר הודיע ה' למשה [למעלה ד' כא כב] שבכל המכות שיביא על פרעה לא ישלח את העם עד המכה האחרונה, שהיא מכת בכורות, והודיע לו עתה שבא הזמן להביא הנגע האחרונה שעל ידה ישלח אתכם מזה, כשלחו ר"ל שפרעה יתן לכם רשות ללכת למדבר לעבוד את ה', כמ"ש ולכו עבדו את ה' כדברכם, אבל אחר שישלח אתכם, אז יחזקו מצרים לגרש אתכם בהחלט שלא ע"מ לשוב, כמש"ש ותחזק מצרים על העם למהר לשלחם מן הארץ שהוא הגרוש לגמרי, וז"ש כשלחו אז יתחדש אח"כ כי כלה גרש יגרש. שלא ע"מ לשוב, שזה א' מן ההבדלים בין שלוח ובין גרוש:

 

Ein privates Gespräch – Sprich zu Benei Yisroel, wegen der Leihgaben

 

Verse 2 und 3 sind ein Unterbruch im Erzählfluss. Moische steht noch vor Pharo, und nun spricht HaSchem davon, mit den Mitzrern über Reichtümer zu verhandeln. Wieso hier?

Vielleicht weil HaSchem dem Moische versichern will, wie gross er und Am Yisroel mittlerweile in Mitzrayim wirklich sind. Die Mitzrer werden verstehen, dass Jiden sie hätten während der Dunkelheit töten und berauben können, und nichts geschah.

Aber viele, viele Jiden sind nicht mehr da...

Und daher werden sie vertrauen fassen und die Jidden sehr bewundern, dass sie Zaddikim sind.

Es war natürlich auch nach den Plagen ein grosses Chaos und Durcheinander, und daher bemerkten die Mitzrer nicht so sehr, dass 80% ihrer ehem. Sklaven nicht mehr da waren. Auch weil sie ja nicht mehr arbeiteten aufgrund der Plagen.

 

 

(ב) דַּבֶּר־נָ֖א בְּאׇזְנֵ֣י הָעָ֑ם וְיִשְׁאֲל֞וּ אִ֣ישׁ׀ מֵאֵ֣ת רֵעֵ֗הוּ וְאִשָּׁה֙ מֵאֵ֣ת רְעוּתָ֔הּ כְּלֵי־כֶ֖סֶף וּכְלֵ֥י זָהָֽב׃

 

..sprich in die Ohren des Volkes .. Netziv: Privat, so dass Mitzrim, und vor Allem auch Pharo nichts hören. Entspr. Vielen Stellen in Bereischis.

Netziv sagt auch genau umgekehrt wie Malbim: Die Mitzrer dachten, BI kämen zurück, aber Pharo wollte sie auf ewig vertreiben.

Daher auch privates Gespräch. Und deshalb hatte Pharo dann auch einen Hebel, die Mitzrer ins Schilfmeer zu verführen: „wir holen uns unsere Reichtümer zurück“. Und das ist genau, was HaSchem wollte/ plante.

Auch Hirsch sagt so.

 

נצי"ב שמות י"א:ב'

(ב) באזני העם – נתבאר בספר בראשית ר"פ ויגש (מד,יח) דכמה פעמים מורה לשון "באזני" שלא יהיה נשמע לאחרים זולתם.

וישאלו – שכל מצרים לא ידעו מחשבת פרעה ודבריו למשה וכסבורים שעוד ישובו למצרים, וכמו שכתבתי לעיל (ז,ה) ובספר במדבר ריש פרשת מסעי, משום הכי השאילום. ולא היה בזה שמץ עוולה שהרי בדין היה להקב"ה לצוות לבוז גם כן, אלא שרצונו יתברך היה שיהיה בזה האופן כדי שירדפו אח"כ אחרי ישראל, וכדי שיצאו ישראל בחפזון, כמו שכתבתי להלן (יב,יא). ובספר דברים (טז,ג) נתבאר יותר, ודעת אלהים אין חקר.

איש מאת רעהו וגו' – לעיל (ג,כב) כתיב "ושאלה אשה משכנתה ומגרת ביתה". שאז היו הדברים שיצאו מיד ולא היתה התרועעות לישראל עם אנשי מצרים רק עם שכנות. אבל כאשר עלה כי לא נגאלו עד שהשהה י"ב חודש שהיה משפט מצרים, ממכת ערוב ואילך השיגו התרועעות הרבה, ולא עוד אלא במכת חשך שלא קמו איש מתחתיו שלשה ימים, האיך התענו כולם ג' ימים, אלא ישראל שהיה אור במושבותם הושיטו להם מזון וכל ההכרחי, ובזה השיגו ישראל חן גדול בעיניהם.

וכלי זהב – ולא כתיב "ושמלות" כדכתיב שם (ג,כב) ולהלן (יב,לה). דשמלה ללבוש אי אפשר לשאול מאיזה ריע, שאין הגופות סובלין הלבשת אדם אחר אם לא ממי שרגיל עמו ביותר כמו שכנות, משום הכי שם שמדבר רק בשכנות כתיב "ושמלות" גם כן, ולא כאן שמדבר בריע לבד.

(ג) גם האיש משה – אע"ג שעשה להם רעה רבה.

גדול מאד וגו' בעיני עבדי פרעה – שהמה כבר הסכימו שיצאו ישראל ופרעה מקשה לבו בחנם, ומכל מקום ראו כי משה מזדרז להעתיר וחס עליהם מאד. {ובאמת נהג משה בזה כדבר ה' לאברהם אבינו "והיית לאב המון גוים" (בראשית יז,ד), כמו אב שכועס על בנו שהולך בעקשות ומייסרו, מ"מ כוונתו רק שיהיה לתועלת, כך עשה משה רבינו ע"ה עם מצרים} בזה נתגדל כבודו בעיניהם.

ובעיני העם – אע"ג שהמה לא ידעו מכל זה שנדברו פרעה ומשה, בכל זאת הבינו גם כן בגדולתו.

[הרחב דבר: והנה באבות דרבי נתן פרק כ"ט: תניא ר"א הקפר אומר, כל המכבד את חבירו לשם ממון לסוף נפטר ממנו בקלון, וכל הבוזה את חבירו לשם מצוה סוף שנפטר ממנו בכבוד וכו'. שכן מצינו במשה רבינו שביזה את פרעה לשום מצוה, שאמר "וירדו כל עבדיך אלה אלי" (פסוק ח'), וכי פרעה עומד על הגג ומשה על הארץ? אלא כך אמר משה, אפילו כל עבדיך שעומדים ומשתחוים לפניך על במה שלך יעמדו ויבקשו ממני, איני שומע להם. ומנין שנפטר ממנו בכבוד שנאמר "ויקרא למשה ולאהרן לילה" (להלן יב,לא), אמר לו וכי גנבים אנחנו שנצא בלילה? אלא המתן לנו עד שיביא הקב"ה לנו שבעה ענני כבוד, ונצא בשמחה ובגילוי ראש וכו' (עכ"ל). הרי הביא התנא ההוכחה ממה שהמתין פרעה ולא גירשם בלילה, ולא הוכיח מזה המקרא "גם האיש משה וגו'", אלא מעבדי פרעה אין הוכחה כמו שכתבתי דסיבה היה לדבר.]

 

V. 2 u. 3. Die im vorigen Verse ausgesprochene Bestimmung, daß Pharao sie völlig und für immer forttreiben wird, ist ein fernerer Beweis für die schon oben zu Kap. 3, V. 22, nachgewiesene Bedeutung des שאל מאת (nicht מעם) als: sich etwas zum Geschenke, nicht zum Darlehn, erbitten. נא .דבר נא setzt immer ein Widerstreben bei dem andern voraus. Siehe Bereschit 12, 13 אמרי נא usw. Es hatte eben das Volk in der eklatantesten Weise seine sittliche Gediegenheit erprobt. Drei Tage lang waren in Blindheit gefesselt ihre Dränger ihnen ohnmächtig preisgegeben; drei Tage lang ihnen alle ihre Schätze in deren Wohnungen offen gestanden, und kein Jude hatte die Gelegenheit benutzt, auch nur eine höhnende, neckende Rache an ihnen zu üben, keiner weder eine Person noch eine Stecknadel angerührt. Diese sittliche Größe ließ Gott eben in dem Augenblick, als den Ägyptern wieder das Augenlicht gewährt ward und sie alles Ihrige unangetastet fanden, endlich den Widerwillen der Ägypter gegen die Hebräer besiegen und mehr noch als die Wunder, die er geübt, machte diese sittliche Größe seines Volkes den Mann Mosche in den Augen der Ägypter groß. Es mochte wohl Mosche und dem Volk widerstreben, diesen sittlichen Sieg wieder einigermaßen durch solche Bitten aufs Spiel zu setzen. Allein es war Gottes Wille, daß sein Volk nicht arm ausziehen sollte — waren doch alle die im Sklavendienst dahingegangenen Geschlechter völlig außer Stande gewesen, das Geringste für sich zu erwerben, und der erste Grundstein zum Wohlstand seines Volkes sollte durch die Anerkennung seiner sittlichen Größe abseiten seiner bisherigen Verächter erworben und geweiht sein. Daher dies: נא. Dabei drängte die Zeit. Zwölf Stunden waren nur noch bis zum andern Mittag. Daher: דבר נא באוני העם, rede ihnen zu, bewege sie zu diesem Schritte. Während daher Mosche vor Pharao stand und in dem Augenblicke, in welchem Pharao Mosche mit dem Tode bedrohte, bereitete sich das Volk schon zum Auszuge vor und feierten er und sie draußen den größten moralischen Sieg über ihre Herren und Dränger, die mit dieser anerkennungsvollen Freigebigkeit eine, wenn auch immerhin kleine Sühne der Vergangenheit zu zollen sich bewogen fühlen mochten. Aus dieser Erfüllung lernt sich die hohe moralische Bedeutung der Verheißung: ואחרי כן יצאו ברכוש גדול.

 

שמות י"א:ג'

ג) וַיִּתֵּ֧ן יְהֹוָ֛ה אֶת־חֵ֥ן הָעָ֖ם בְּעֵינֵ֣י מִצְרָ֑יִם גַּ֣ם׀ הָאִ֣ישׁ מֹשֶׁ֗ה גָּד֤וֹל מְאֹד֙ בְּאֶ֣רֶץ מִצְרַ֔יִם בְּעֵינֵ֥י עַבְדֵֽי־פַרְעֹ֖ה וּבְעֵינֵ֥י הָעָֽם׃


 

שמות י"א:ז'

(ז) וּלְכֹ֣ל׀ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל לֹ֤א יֶֽחֱרַץ־כֶּ֙לֶב֙ לְשֹׁנ֔וֹ לְמֵאִ֖ישׁ וְעַד־בְּהֵמָ֑ה לְמַ֙עַן֙ תֵּֽדְע֔וּן אֲשֶׁר֙ יַפְלֶ֣ה יְ־הֹוָ֔ה בֵּ֥ין מִצְרַ֖יִם וּבֵ֥ין יִשְׂרָאֵֽל׃

Und gegen alle Kinder Yisroels wird kein Hund seine Zunge wetzen, vom Manne bis zum Vieh, damit ihr erkennet dass HaSchem zwischen Mitzrayim und Yisroel unterscheidet.

 

Die grosse Frage: Warum schweigen die Hunde?

Der Samech Mem und der Hund, und die zurückgebliebenen Yisroels

 

Yalkut Schimoini bringt hier ein längeres Stück, das – inklusive des Posuks – als Erklärung dafür gebracht wird, warum der Hund im Lied der Schöfpung (Perek Schiro) einen Vers sagen darf.

 

Wir bringen diesen Yalkut weiter unten.

Uns interessiert jedoch die tiefere Bedeutung des Hundes hier in diesem Posuk an dieser Schlüsselstelle, in dem Moment, wo die Kinder Yisroels Mitzrayim wirklich zu Fuss verlassen.

Wir stellen uns vor: 3 Millionen Menschen mit Vieh und Wagen, ein Zug von 500 m Breite und ca. 30 km Länge, überschreitet die Grenzen Mitzrayims in Richtung Wüste, und da sind dann Hunde am Wegrand, die wundersamer Weise nicht bellen und auch sonst stille sind?

Nur Hunde? Keine Mitzrer? Keine Krieger? Keine Fürsten und Granden?

Hunde??

 

Rabbeinu Bachiye bringt uns hier Licht ins Dunkel:

Der Hund, der nimmer satt wird (Hunde vergessen sofort, dass sie gefressen haben, sobald sie geschluckt haben), und der Haw, Haw! Ruft (auf Aramis heisst das: Gib, gib!) ist ähnlich dem Soton (Samech Mem), der ebenfalls nimmer satt wird Seelen zu verzehren.

Es steht nun geschrieben im Posuk: Du sollst die von wilden Tieren zerrissenen und die anderweitig nicht koscher gestorbenen Tierleichen den Hunden zum Frasse vorwerfen.

Dies ist kabbalistisch so zu verstehen, dass wir die durch unsere Gedankenprozesse dauernd erzeugten Triebkräfte zur Sünde, und die schon erfolgten Sünden und Übertretungen, mittels Tachanun und Kraft unserer Reue dem Samech Mem vorwerfen, damit er sich damit beschäftigt. Dadurch werden wir von diesen uns vergiftenden Prozessen befreit, wie der Mensch der täglich zur Toilette geht, um die Abfallstoffe loszuwerden, die der Lebensprozess im Körper erzeugt.

 

Daher ist hier der Hund das Symbol des Samech Mem, der in dieser Nacht eben die Seelen der Erstgeborenen Mitzrer verzehrt hat, und die Kinder Yisroels in Ruhe liess.

Und noch weiter: Alle Kinder Yisroels (80%!!), die in Mitzrayim bleiben und weiter sündigen wollten, wurden in den 3 Tagen der Finsternis vom Samech Mem vernichtet!

Und daher nun die schweigenden Hunde.

Jetzt schweigen sie. Dort bellten und bissen sie, und verzehrten die Unreinen.

 

Rabbeinu Bachiye:

(7) „לא יחרץ כלב לשונו“ – „Kein Hund wird seine Zunge wetzen.“Beim einfachen Wortsinn des Textes scheint die Tora die Plage des Todes der Erstgeborenen mit Hunden zu vergleichen. Dies lehrt uns, dass zur Zeit, da die Gottlosen Schaden erleiden, die Gerechten vor solchem Schaden bewahrt werden. Dieses Konzept wird in Psalm 91,6 ausdrücklich dargelegt: „Tausend fallen zu deiner Linken und zehntausend zu deiner Rechten, doch es wird dich nicht erreichen.“

 

Eine kabbalistische Deutung: „Was hat das Wetzen der Zunge eines Hundes mit der Plage des Todes der Erstgeborenen zu tun?“ Es ist eine bekannte Tatsache, dass der Hund ein völlig materialistisch orientiertes Tier ist, das niemals satt wird. Jesaja 56,11 bestätigt dies, wenn er sagt: „Die Hunde sind gierig, sie kennen keine Sättigung.“ Die Gier des Zerstörers (Sotons) ist ebenso niemals satt. Sprüche 30,15 beschreibt ihn als „ Hav Hav, הב, הב“ – ständig fordernd: „Gib! Gib!“ Da das natürlich verendete Tier sowie das von wilden Tieren zerrissene (נבלה וטרפה) durch die Kraft dieses „Zerstörers“ starb, befahl die Tora, solche Kadaver den Hunden zuzuwerfen (vgl. Schemot 22,30), damit zwei Arten derselben Kategorie aufeinandertreffen. Dies ist die mystische Dimension unseres Verses hier. Da es die Natur des Hundes ist, ständig anzugreifen und Schaden zuzufügen, war es angemessen, dass – so wie der himmlische Zerstörer (Satan, der Engel des Todes) die jüdischen Erstgeborenen nicht angriff – auch sein irdisches Gegenstück keine bedrohlichen Laute von sich geben würde. Die Zunge ist charakteristisch für die ursprüngliche Schlange, die der Welt und dem Menschen durch den unkontrollierten Gebrauch ihrer Zunge Schaden zufügte. Deshalb hebt die Tora in diesem Zusammenhang gerade die Zunge des Hundes hervor.Die konzentrierteste Kraft des Zerstörers wird ihm durch das Attribut der Gerechtigkeit (Middat ha-Din) übertragen, das alle Erstgeborenen Ägyptens tötete. Dieses Attribut ist um Mitternacht am mächtigsten. Deshalb musste der Tod der Erstgeborenen um Mitternacht geschehen. Die Tora teilt dir hier indirekt mit, dass die Hunde in der Mitte der zweiten Wache (von insgesamt drei Wachen der Nacht) zu bellen pflegten. Mit anderen Worten: Es war üblich, dass die Hunde um Mitternacht bellten. Dies war die Zeit, zu der der Engel des Todes in Ägypten normalerweise seine Ernte einzog. Baba Kama 60b sagt: Wenn die Hunde heulen, ist das ein Zeichen, dass der Engel des Todes zu dieser Zeit angekommen ist. Wenn die Hunde hingegen fröhliche Laute von sich geben, ist das ein Beweis, dass der Prophet Elija in jener Stadt angekommen ist (in Abwesenheit von Hündinnen). Wir haben ferner in Berachot 3a die Aussage, dass die Nachtwache in drei Abschnitte unterteilt wird. In der ersten Wache schreit der Esel – ein Zeichen für das Attribut der Barmherzigkeit (Middat ha-Rachamim), der Güte. (Der Esel wurde erst mit dem Kommen Avrahams, der das Attribut der liebenden Güte verkörpert, namentlich erwähnt.) In der zweiten Wache bellen die Hunde; dies deutet auf die Anwesenheit des Attributs der Gerechtigkeit hin. In der dritten Wache führt die Frau intime Gespräche mit ihrem Mann und das Kind saugt an der Brust seiner Mutter. Dies deutet darauf hin, dass Gott zu dieser Stunde die Versorgung für jedes Geschöpf regelt.Salomo hat dies in seinem berühmten Gedicht „Eschet Chajil“ (Sprüche 31,10–31) angedeutet. Er schrieb (Vers 15): „Sie steht auf, wenn es noch Nacht ist, und gibt ihrem Haus Nahrung und den Mägden ihr tägliches Brot.“ Das „Kind“, das in Berachot erwähnt wird, ist ein Hinweis auf das Universum im Ganzen, also auf Gottes „Kind“. Die „Brust seiner Mutter“ ist ein Hinweis auf das Gespräch zwischen Frau und Mann. Unser Vers hier sagt uns, dass zu derselben Stunde, in der die Hunde bei den Ägyptern bellten, nicht ein einziger bei einem Israeliten bellte. Die Tora fügt hinzu: „damit du erkennst, dass der HERR einen Unterschied machen wird zwischen Ägypten und Israel.“

 

ר' בחיי שמות י"א:ז'

(ז) לא יחרץ כלב לשונו – על דרך הפשט דמה מכת בכורות לכלב ללמד שבשעה שהנזק מצוי לבני אדם הצדיקים נצולים ממנו כענין שכתוב (תהלים צ"א:ז') יפול מצדך אלף ורבבה מימינך.

וע"ד הקבלה מה שהביא חריצת הכלב אצל מכת בכורות כידוע כי הכלב חיה גשמית לא ישבע לעולם וכן אמר הנביא (ישעיהו נ"ו:י"א) לא ידעו שבעה, והכח המשחית לא ישבע לעולם לאמר הב הב, ובעבור כי הנבלה והטרפה לקו מצד כח המשחית לכך צותה התורה להשליך הטרפה והנבלה לכלבים שנאמר (שמות כ"ב:ל') לכלב תשליכון אותו לפי שהכלבים מאותו צד הם וזהו שאמר ולכל בני ישראל לא יחרץ כלב לשונו, למדך כי הכלב חרוץ הלשון כענין שכתוב בנחש (קהלת י':י"א) ואין יתרון לבעל הלשון. והנה אצילות הכח המשחית יבא אליו מכח מדת הדין המכה כל בכורי מצרים ומדת הדין עצומה היא בחצי הלילה ולפיכך חלה בהם ומתו כל בכוריהם וגלה לך הכתוב כי בחצי משמרה שניה צעקו הכלבים במצרים לפי שבא מלאך המות ביניהם, ובפירוש אמרו רז"ל כלבים צועקים מלאך המות בא לעיר כלבים שוחקים אליהו בא לעיר, ואמרו עוד בברכות לחלוק משמרות הלילה שהם ג' משמרות, ראשונה חמור נוער רמז למדת החסד ולא נזכר חמור בתורה עד שבא אברהם. משמרה שניה כלבים צועקים היא מדת הדין הרי ששמו בזה רמז לכלבים צועקים, משמרה שלישית אשה מספרת עם בעלה ותינוק יונק משדי אמו, שמו בזה רמז לפרנסה שהקב"ה מזמין פרנסה לכל בריה באותה שעה, וכן רמז שלמה (משלי ל"א:ט"ו) ותקם בעוד לילה ותתן טרף לביתה וחק לנערותיה, התינוק הוא כלל העולם, משדי אמו היא האשה המספרת עם בעלה, ואם כן יגיד לך הכתוב כח הנס הגדול כי אותה שעה שהיה הכלב חורץ לשונו אל המצריים לא היה חורץ לכל בני ישראל. והוסיף באור למען תדעון אשר יפלה ה' בין מצרים ובין ישראל, כלומר בין מצרים שהוא מצד הכלב ובין ישראל שהם מצד הש"י המפליא לעשות.

 

 

Yalkut Schimoini:

 

„Und keinem der Kinder Israels wird ein Hund seine Zunge wetzen“ – Wer einen Hund im Traum sieht, soll früh aufstehen und sagen: „Und keinem der Kinder Israels wird ein Hund seine Zunge wetzen“, bevor ihn ein anderer Vers einholt: „Und die Hunde sind gierig“ (Jesaja 56,11).Es steht geschrieben: „Dem Hund sollt ihr es hinwerfen“ (Schemot 22,30), um dich zu lehren, dass der Heilige, gepriesen sei Er, den Lohn keiner Kreatur schmälert, wie es heißt: „Und keinem der Kinder Israels wird ein Hund seine Zunge wetzen“. DER ORT sprach: Gebt ihm seinen Lohn. Und gilt das nicht erst recht? Wenn der Heilige, gepriesen sei Er, schon dem Tier seinen Lohn nicht schmälert, um wie viel mehr gilt das für den Lohn der Menschenkinder. Und ebenso heißt es (Jeremia 17,11): „Der ruft, was er nicht geboren hat“ usw. Und es heißt: „Ein Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn“.Rabbi Jeschaja, der Schüler des Rabbi Chanina ben Dosa, pflegte achtzig [und fünf] Fasten zu halten. Er sagte: Hunde, von denen geschrieben steht (Jesaja 56,11): „Und die Hunde sind gierig“, sollen würdig sein, diesen Gesang zu sprechen (Psalm 95,6): „Kommt, lasst uns anbeten und uns niederbeugen, lasst uns knien vor dem HERRN, unserem Schöpfer“. Da antwortete ihm ein Engel vom Himmel und sprach: Jeschaja, bis wann fastest du noch wegen dieser Sache? Es ist ein Beschluss vor dem Heiligen, gepriesen sei Er: Seit dem Tag, da Er Sein Geheimnis dem Propheten Chawakkuk offenbarte, hat Er diese Sache keiner Kreatur in der Welt mehr offenbart – außer weil du der Schüler eines großen Weisen bist, haben sie mich vom Himmel aus beauftragt und mich zu dir gesandt, und er sagte: Bei den Hunden steht geschrieben „Und keinem der Kinder Israels wird ein Hund seine Zunge wetzen“, und nicht nur das: Sie wurden sogar würdig, aus ihrem Kot Häute zu gerben, um darauf Torarollen, Tefillin und Mesusot zu schreiben. Und bezüglich deiner Frage: Kehre um, wie geschrieben steht (Sprüche 21,23): „Wer seinen Mund und seine Zunge hütet, bewahrt seine Seele vor Bedrängnis“.Weil es heißt: „Denn in Eile bist du aus dem Land Ägypten ausgezogen“, könnte man meinen: Eile für Israel. Die Lehre sagt: „Und keinem der Kinder Israels wird ein Hund seine Zunge wetzen“. Sage daher: Für Ägypten war es Eile, für Israel war es keine Eile.„Und alle deine Diener werden zu mir herabkommen“ – Rabbi Jannai sagte: Immer sei die Furcht vor der Königsherrschaft über dir, wie es heißt: „Und alle deine Diener werden zu mir herabkommen“, und hätte er es nicht zu ihm selbst gesagt. Rabbi Jochanan sagte: Von hier, wie es heißt (1. Könige 18,46): „Und die Hand des HERRN war über Elija, und er gürtete seine Lenden und lief vor Achaw her“ (geschrieben als Hinweis 178).

 

ילקוט שמעוני שמות י"א:ז'

וּלְכֹל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֹא יֶחֱרַץ כֶּלֶב לְשֹׁנוֹ – הָרוֹאֶה כֶּלֶב בַּחֲלוֹם יַשְׁכִּים וְיֹאמַר, וּלְכֹל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֹא יֶחֱרַץ כֶּלֶב לְשֹׁנוֹ קֹדֶם שֶׁיְּקַדְּמֶנּוּ פָּסוּק אַחֵר "וְהַכְּלָבִים עַזֵּי נֶפֶשׁ".

כְּתִיב, "לַכֶּלֶב תַּשְׁלִכוּן אֹתוֹ" (להלן כ"ב:ל'), לְלַמֶּדְךָ שֶׁאֵין הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא מְקַפֵּחַ שְׂכַר כָּל בְּרִיָּה, שֶׁנֶּאֱמַר וּלְכֹל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֹא יֶחֱרַץ כֶּלֶב לְשֹׁנוֹ, אָמַר הַמָּקוֹם תְּנוּ לוֹ שְׂכָרוֹ. וַהֲלֹא דְּבָרִים קַל וָחוֹמֶר, וּמַה אִם חַיָּה לֹא קִפַּח הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא שְׂכָרָה, קַל וָחֹמֶר שְׂכַר בְּנֵי אָדָם. וְכֵן הוּא אוֹמֵר (ירמיהו י"ז:י"א) "קוֹרֵא דָגָר וְלֹא יָלָד" וְגוֹ'. וְאוֹמֵר "כִּסֵּא כָבוֹד מָרוֹם מֵרִאשׁוֹן".

רַבִּי יְשַׁעְיָה תַּלְמִידוֹ שֶׁל רַבִּי חֲנִינָא בֶּן דּוֹסָא הָיָה מִתְעַנֶּה שְׁמוֹנִים [וְחָמֵשׁ] תַּעֲנִיּוֹת. אָמַר: כְּלָבִים שֶׁכָּתוּב בָּהֶם (ישעיהו נ"ו:י"א) "וְהַכְּלָבִים עַזֵּי נֶפֶשׁ" יִזְכּוּ לוֹמַר שִׁירָה זוֹ, (תהלים צ"ה:ו') "בֹּאוּ נִשְׁתַּחֲוֶה וְנִכְרָעָה נִבְרְכָה לִפְנֵי ה' עֹשֵׂנוּ". נַעֲנָה אוֹתוֹ מַלְאָךְ מִן הַשָּׁמַיִם וְאָמַר: יְשַׁעְיָה, עַד מָתַי אַתָּה מִתְעַנֶּה עַל אוֹתוֹ דָּבָר, גְּזֵרָה הִיא מִלִּפְנֵי הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא, [מִיּוֹם] שֶׁגִּלָּה סוֹדוֹ לַחֲבַקּוּק הַנָּבִיא לֹא גִּלָּה דָּבָר זֶה לְשׁוּם בְּרִיָּה שֶׁבָּעוֹלָם, אֶלָּא בִּשְׁבִיל שֶׁאַתָּה תַּלְמִידוֹ שֶׁל חָכָם גָּדוֹל לְכָךְ זָקְקוּ לִי מִן הַשָּׁמַיִם וּשְׁלָחוּנִי אֵלֶיךָ וְאָמַר: כְּלָבִים כְּתִיב בָּהֶן וּלְכֹל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֹא יֶחֱרַץ כֶּלֶב לְשֹׁנוֹ וְלֹא עוֹד אֶלָּא שֶׁזָּכוּ לְעַבֵּד עוֹרוֹת מִצּוֹאָתָן לִכְתֹּב בָּהֶן סִפְרִי תּוֹרָה, תְּפִלִּין וּמְזֻזוֹת. וּלְעִנְיָן שְׁאֵלָה שֶׁשָּׁאָלְתָּ חֲזוֹר לַאֲחוֹרֶיךָ כְּמוֹ שֶׁכָּתוּב (משלי כ"א:כ"ג) "שֹׁמֵר פִּיו וּלְשׁוֹנוֹ שׁוֹמֵר מִצָּרוֹת נַפְשׁוֹ".

לְפִי שֶׁנֶּאֱמַר "כִּי בְחִפָּזוֹן יָצָאתָ מֵאֶרֶץ מִצְרַיִם", יָכוֹל חִפָּזוֹן לְיִשְׂרָאֵל, תַּלְמוּד לוֹמַר וּלְכֹל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֹא יֶחֱרַץ כֶּלֶב לְשֹׁנוֹ, אֱמֹר מֵעַתָּה לְמִצְרַיִם הָיָה חִפָּזוֹן, וּלְיִשְׂרָאֵל לֹא הָיָה חִפָּזוֹן.

וְיָרְדוּ כָל עֲבָדֶיךָ – אָמַר רַבִּי יַנַּאי, לְעוֹלָם תְּהֵא אֵימַת מַלְכוּת עָלֶיךָ, שֶׁנֶּאֱמַר וְיָרְדוּ כָל עֲבָדֶיךָ אֵלֶּה אֵלַי, וְאִלּוּ לְדִידֵהּ לֹא קָאָמַר לֵיהּ. רַבִּי יוֹחָנָן אָמַר: מֵהָכָא, שֶׁנֶּאֱמַר (מלכים א י"ח:מ"ו) "וְיַד ה' הָיְתָה אֶל אֵלִיָּהוּ וַיְשַׁנֵּס מָתְנָיו וַיָּרָץ לִפְנֵי אַחְאָב" (כתוב ברמז קע"ח).

 

 

Dies sind alle Zeichen und Wunder Moisches und Aharoins...

 

Warum steht das hier?

Haben sie ab hier nichts mehr zu tun?

 

Die Plagen sind abgeschlossen, ihre Botschafter-Mission ist abgeschlossen.

 

(יוּמֹשֶׁ֣ה וְאַהֲרֹ֗ן עָשׂ֛וּ אֶת־כׇּל־הַמֹּפְתִ֥ים הָאֵ֖לֶּה לִפְנֵ֣י פַרְעֹ֑ה וַיְחַזֵּ֤ק יְ־הֹוָה֙ אֶת־לֵ֣ב פַּרְעֹ֔ה וְלֹֽא־שִׁלַּ֥ח אֶת־בְּנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֖ל מֵאַרְצֽוֹ׃

Und Moische und Aharoin machten all diese Wunder vor Pharoi und HaSchem stärkte Pharois Herz und er schickte die Kinder Yisroels nicht.

 

Rabbeinu Bachiye beginnt hier eine lange Erklärung über alle zehn Plagen, wie sie organisiert sind, welche Elemente (Wasser, Erde, Luft, Feuer) wann und wie geschlagen wurden.

Ramban sagt ähnlich.

Dies deutet darauf hin, dass der Posuk hier steht, weil eben nun die Plagen fertig sind, und die Austreibung unmittelbar bevorsteht. Und bei der zehnten Plage haben Moische und Aharoin keine offizielle Botschafter-Funktion mehr, es wird alles sehr schnell und direkt durch HaSchem geschehen.

Der Pharoi und all seine Granden werden zu Moische kommen und betteln, heisst Moische ist jetzt der König, und kein Bittsteller mehr (war er auch vorher nicht, aber der Pharoi hat ihn als solchen lästigen Bittsteller erlebt).

 

Roisch Choidesch – die Meister der Zeit

 

שמות י"ב:א'

(א)  {ס} וַיֹּ֤אמֶר יְ־הֹוָה֙ אֶל־מֹשֶׁ֣ה וְאֶֽל־אַהֲרֹ֔ן בְּאֶ֥רֶץ מִצְרַ֖יִם לֵאמֹֽר׃

Und HaSchem sagte zu Moische und zu Aharoin in Mitzrayim, sagend:

(ב) הַחֹ֧דֶשׁ הַזֶּ֛ה לָכֶ֖ם רֹ֣אשׁ חֳדָשִׁ֑ים רִאשׁ֥וֹן הוּא֙ לָכֶ֔ם לְחׇדְשֵׁ֖י הַשָּׁנָֽה׃

Dieser Monat sei euch der Wichtigste der Monate, der Erste sei er euch der Monate des Jahres.

(ג) דַּבְּר֗וּ אֶֽל־כׇּל־עֲדַ֤ת יִשְׂרָאֵל֙ לֵאמֹ֔ר בֶּעָשֹׂ֖ר לַחֹ֣דֶשׁ הַזֶּ֑ה וְיִקְח֣וּ לָהֶ֗ם אִ֛ישׁ שֶׂ֥ה לְבֵית־אָבֹ֖ת שֶׂ֥ה לַבָּֽיִת׃

Sprich mit der gesamten Gemeinde Yisroels sagend: Am zehnten dieses Monats und nehmt euch jeder ein Lamm pro Vaterhaus, ein Lamm pro Haus.

(ד) וְאִם־יִמְעַ֣ט הַבַּ֘יִת֮ מִהְי֣וֹת מִשֶּׂה֒ וְלָקַ֣ח ה֗וּא וּשְׁכֵנ֛וֹ הַקָּרֹ֥ב אֶל־בֵּית֖וֹ בְּמִכְסַ֣ת נְפָשֹׁ֑ת אִ֚ישׁ לְפִ֣י אׇכְל֔וֹ תָּכֹ֖סּוּ עַל־הַשֶּֽׂה׃

Und wenn der Haushalt zu klein ist für ein Lamm, dann wird er und sein ihm naher Nachbar in seinem Hause gemäss der Gesamtheit der Seelen , jeder gemäss seinem Appetit, sich um das Lamm versammeln.

(ה) שֶׂ֥ה תָמִ֛ים זָכָ֥ר בֶּן־שָׁנָ֖ה יִהְיֶ֣ה לָכֶ֑ם מִן־הַכְּבָשִׂ֥ים וּמִן־הָעִזִּ֖ים תִּקָּֽחוּ׃

Ein reines, perfektes Lamm, männlich und einjährig solles euch von den Schafen und den Ziegen genommen sein.

 

Die Neue Welt, in der HaSchem unter uns weilt.

Es ist dies recht eigentlich die Einleutung der Neuen Schöpfung, der Neuen Welt, in der HaSchem Weltbekannt durch SEIN Volk Yisroel vertreten sein wird.

 

Der Neumonat, der am Neumond jeweils beginnt, bestimmt die gesamte jüdische Zeitrechnung. Und da das Jüdische Volk der Vertreter HaSchems auf Erden ist, auch der Zeitrechnung der gesamten Welt.

Und HaSchem sagt uns hier: Bis heute habe ich die Zeiten auf der Erde bestimmt. Jetzt übergebe ich diese Aufgabe an Euch, Kinder Yisroels.

Wir lernen in Maseches Roisch HaSchano (Neujahr), wie diese Zeiten genau berechnet werden, und dass ursprünglich und für mehr als 1500 Jahre, jeder Monat durch Zeugen, die den Mond beobachteten, vor Gericht bestimmt wurde.

Die Zeugen mussten zum Sanhedrin, dem höchsten Gericht kommen, mindestens zu Zweien, ehrbare Männer. Sie mussten dann den Richtern genau erklären, was sie gesehen hatten, wo und wie die erste dünne Mondsichel auf dem Firmament zu sehen war.

Die Richter wussten schon aus ihren Berechnungen, was zu erwarten war, wo und wie der Neumond erscheinen würde. So wurde verhindert, dass falsche Zeugen irgendwelche Fantasien erzählten.

Trotzdem gibt es immer eine Variationsbreite von einem bis zwei Tagen, und diese wird durch die Zeugen bestimmt.

 

Stimmten dann die aussagen der Zeugen mit den Berechnungen überein, wurde offiziell der neue Monat ausgerufen.

Und aufgrund dieses Tages wurden dann die Feiertage des entsprechenden Monats festgelegt, und die Gebete für Schabbat (sofern dieser auf den Neumonatstag fällt) angepasst.

Weiterhin ist der Neumonatstag ein Tag spezieller Nähe zu HaSchem, an dem man Vergebung und Gnade erlangen kann.

Und diese Erste Mitzve wurde nun, noch vor dem Auszug, gegeben.

Warum?

Weil die Kinder Yisroel noch nicht würdig waren, aus Mitzrayim erlöst zu werden. Sie brauchten noch ein Verdienst.

Und dadurch, dass sie nun, am Ersten des Ersten Monats des Ersten Jahres der neuen Zeitrechnung, in der der EINE öffentlich in der Welt bekannt gemacht wird durch sein EINES Volk, das in der Nacht von Pessach EIN EINjähriges Lamm in jedem EINEN Haushalt als EINheit verspeist, jeder EINE Knochen ganz bleibt, und die EINEN Erstgeborenen Yisroels vom EINEN G0tt erworben werden durch die Erhaltung am Leben, während der Mitzrer Erstgeborene sterben; Dadurch wurden sie würdig der Erlösung aus der Knechtschaft unter dem Samech Mem, und überführt in die Knechtschaft unter HaSchem, dem Allgütigen Schöpfer der Welt (etwas frei nach Maharal, wie weiter oben zitiert).

 

 

Golus Mitzrayim – 430 Jahre – was ist Mitzrayim?

 

Gegen Ende der Parascha wird die gesamte Golus, die Avraham prophezeiht war, und die nun erfüllt ist, zusammengefasst. Interessant dabei ist vieles, ich habe zwei Anmerkungen:

 

שמות י"ב:מ'

(מ) וּמוֹשַׁב֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל אֲשֶׁ֥ר יָשְׁב֖וּ בְּמִצְרָ֑יִם שְׁלֹשִׁ֣ים שָׁנָ֔ה וְאַרְבַּ֥ע מֵא֖וֹת שָׁנָֽה׃

Und die Periode, die die Kinder Yisroels in Mitzrayim verweilten ist 430 Jahre.

 

Wir wissen, dass die eigentliche Zeit im geografischen Gebiet von Mitzrayim 210 Jahre beträgt. Der Rest fand in Kanaan statt, an verschiedenen Orten.

Weshalb also wird hier das Wort Mitzrayim verwendet? Es kann nicht geografisch gemeint sein, wie uns Raschi auch bestätigt.

Ich möchte folgendes vorschlagen:

מִצְרָ֑יִם = מצר ים   Meizer von Zar, eng. Meizer – beengt, eingeengt, gefangen.

                                        Yam – Meer. Das Meer wird im Midrasch und Kabbole als Symbol für die Völker der Welt, die

Götzendiener, verwendet. Sie versalzen das Heilige Wasser der Toire, so dass es ungeniessbar wird. Ein

Mensch, der auf dem Meer in einem Schiff sitzt ohne Trinkwasser wird verdursten, denn er kann das Wasser des Ozeans nicht trinken, es versalzt ihn, und er stirbt.

Die Kinder Yisroels waren also, solange das Land Kanaan von Götzendienern bewohnt und beeignet wurde, recht eigentlich auch in Mitzrayim, gefangen im Meer der verfälschten und versalzenen Toire.

 

An ebendiesem – HaSchem ist Gerecht

שמות י"ב:מ"א

(מא) וַיְהִ֗י מִקֵּץ֙ שְׁלֹשִׁ֣ים שָׁנָ֔ה וְאַרְבַּ֥ע מֵא֖וֹת שָׁנָ֑ה וַיְהִ֗י בְּעֶ֙צֶם֙ הַיּ֣וֹם הַזֶּ֔ה יָ֥צְא֛וּ כׇּל־צִ־בְא֥וֹת יְ־הֹוָ֖ה מֵאֶ֥רֶץ מִצְרָֽיִם׃

Und es war (Wayehi – Way ihiii ) am Ende von dreissig Jahren und vierhundert Jahren, und es war an ebendiesem Tage, da gingen alle Heerscharen HaSchems aus dem Lande Mitzrayim hinaus.

 

Fragen:

Warum der Schmerzensruf Wayihii?

Warum zwei Mal?

Warum 430 Jahre, wie werden die gezählt?

Warum „an ebendiesem Tage“, was ist speziell an dem Tag?

Alle Heerscharen HaSchems – Menschen? Engel? Wer sonst noch?

Aus dem Lande Mitzrayim – nur aus dem Lande, oder aus der Enge des Götzendienstes prinzipiell?

 

Wayihii

Unsere Weisen sagen, wo immer Wayihii steht, dort wird Leiden sein in der Folge. Was ist also hier das Leiden?

 

430 Jahre - – alle Heerscharen HaSchems

 

Der Malbim bringt hier mehrere Argumente:

Von daher, dass „und SEINE Heerscharen“ steht, sieht man, dass die Schechino und die Himmlischen Heerscharen zusammen mit Yisroel dort im Lande Mitzrayim weilten. Dies verdoppelt die Zahl der Tage (210 unten, 210 oben).

Zusätzlich steht im nächsten Vers „Eine Nacht der Wache, Bewachung, Behütung“, was zweierlei bedeutet:

1.       Sie Arbeiteten auch Nachts – daher muss diese Zeit zugerechnet werden

2.       HaSchem musste sie in diesen Arbeitsnächten hüten, dass sie nicht stürben ob der schweren Arbeit (Pirkei de Rabbi Eileserr) und das wird ebenfalls zugerechnet.

Alle diese Zeiten und Bedingungen werden in Rechnung gestellt, und so erhält man dann 430 Jahre.  

an ebendiesem Tage

Raschi antwortet uns kurz und präzise:

(מאויהי מקץ שלשים שנה, ויהי בעצם היום הזה מגיד כיון שהגיע הקץ לא עיכבן המקום https://media.alhatorah.org/icons/pdf.pngכהרף עין. בחמשה עשר בניסן באו מלאכי השרת אצל אברהם לבשרו, בחמשה עשר בניסן נולד יצחק, בחמשה עשר בניסן נגזרה גזירה בין הבתרים.

„Und es geschah am Ende von dreißig Jahren, und es geschah an eben diesem Tag“ – dies lehrt, dass, sobald die Frist zu Ende war, der Ort [Gott] sie nicht einmal einen Augenblick lang aufhielt. Am fünfzehnten Nissan kamen die diensttuenden Engel zu Avraham, um ihm die frohe Botschaft zu bringen.
Am fünfzehnten Nissan wurde Jitzchak geboren.
Am fünfzehnten Nissan wurde die Verheißung zwischen den Stücken [Bund zwischen den Teilen / Brit bein ha-Betarim] beschlossen.

 

 

 

 

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