VaEs´chonon
Zusammenfassung der Parsche
Diese gesamte
Parsche befasst sich mit drei grossen Themen, die eigentlich eines sind:
Yisroel ist
HaSchems Volk, Eretz Yisroel ist HaSchems Land, Moische ist SEIN Botschafter,
und der gesamte Zweck der Schöpfung ist, dass Yisroel im Lande Yisroel dem
Schöpfer der Welt dient und die Völker der Erde dadurch zu IHM bringt.
Die Einleitung
bildet dabei die grosse Sehnsucht Moisches, selbst ins Land Yisroel zu
gelangen, und HaSchems uns schwer erscheinendes Urteil dagegen.
Für Moische und
für die Welt ist dieser Vorgang sehr tragisch.
Denn wären die
Kinder Yisroels würdig gewesen, mit Moische zusammen ins Land zu kommen, die
Weltgeschichte wäre vollkommen anders, und sehr, sehr viel schöner geschrieben
worden.
Denn dann hätte
Moische den Ewigen Tempel gebaut, Yisroel wären zu SEINEN ewigen Botschaftern
geworden, die Völker der Erde hätten HaSchem schon damals anerkannt, und wir
lebten seit 3300 Jahren schon im Paradies.
Aber weil dies
nicht geschah, ist die Geschichte nun eben wie sie ist.
Und daher sind
die ersten Psukim in der Parsche von grossem Gewicht.
Wir haben Sifrei
auf diese ersten Psukim genau übersetzt und versucht, den Angelpunkt dieses aus
Menschensicht durchaus schrecklichen Vorganges herauszuarbeiten.
Dabei sind wir
auf ein Torah-übergreifendes Thema gestossen, das separat bearbeitet wurde, und
im Text „Die Wurzel aller Übel dieser Welt“ verarbeitet ist.
Die Schrift pendelt
dann im Weiteren Verlauf zwischen Warnung, Ermahnung, Prophetie und Versprechen
hin und her, und bildet dabei die Basis für fast die gesamte Masseches Avoido
Soro (Götzendienst – was ist Götzendienst, und wie muss man diesen vermeiden),
und einen Teil von Nedorim und Schewuois (Schwüre – was ist das Wesen von
Schwüren, was bewirken sie in der Welt, wie werden sie gemacht, und was sind
die Verpflichtungen des und der Schwörenden) und einigen weiteren Masechtes.
Sie webt dabei
ein grosses Bild dessen, wie sich die Weltgeschichte entfalten wird.
Es finden sich
auch die sehr wichtigen Abschnitte:
10 Gebote
Schema Yisroel
Ein Oid (HaSchem
ist Einzig, es gibt nichts Anderes ausser IHM) – eine der wichtigsten
Grundlagen der Chassidus.
Und weitere, die
an verschiedenen Stellen der Gebetstexte täglich oder mehrmals pro Woche
ausgesprochen werden.
So auch der Satz,
den wir immer beim Lesen der heiligen Toire im Minjan (10 Männer) sagen:
דברים ד':ד'
וְאַתֶּם הַדְּבֵקִים בַּי־הֹוָה
אֱלֹהֵיכֶם חַיִּים כֻּלְּכֶם הַיּוֹם.
Devorim 4:4
Und Ihr haftet an
HaSchem eurem G0tt an, ihr lebet alle heute.
Es finden sich des Weitern:
Die Prophetie, dass Yisroel von HaSchem abfallen werden und ER sie unter
allen Völkern zerstreut, wo ER sie straft und beschützt gleichzeitig, auf dass
sie seien ein Zeichen allen Völkern, dass ER G0tt ist.
Eben getreu diesem oben zitierten Worte von Devorim 4:4.
Dass des Weitern Yisroel zu IHM zurückkehren wird, und ER uns in der Folge
auch nach Eretz Yisroel zurückbringen wird.
Dies jedoch unter sehr grossen Prüfungen und Leiden, über viele
Generationen hinweg, weil wir eben nicht auf SEINE heilige Toire gehört haben
und sie vernachlässigt haben, und den Götzen der Völker verfallen sind.
Wir werden dabei aus eigenem Antrieb und der Erkenntnis deren Nichtigkeit
zu HaSchem und SEINER heiligen Toire zurückkehren.
Und daher ist hier auch wieder eine Andeutung der Zeit der Letzten
Generation und der Erlösung zu finden.
Denn schlussendlich werden wir ja ins Heilige Land zurückkommen, und also
dort auch mit HaSchem und SEINER heiligen Toire gemäss SEINEM Willen leben. Und
dann werden auch die Völker der Welt SEIN Licht auf sich nehmen.
Textanalyse
דברים ג':כ"ג
(כג) {פרשת ואתחנן} וָאֶתְחַנַּ֖ן אֶל־יְ־הֹוָ֑ה בָּעֵ֥ת הַהִ֖וא לֵאמֹֽר׃
Und ich flehte zu
HaSchem zu dieser Stunde, Sagend:
Fragen:
1)
Warum erzählt Moische diese Episode nochmals? Es
wurde schon gesagt
2)
„sagend“: warum braucht es dieses Verb hier? Er sagt doch, dass er gefleht hat.
כד) אֲדֹנָ֣י יֱ־הֹוִ֗ה
אַתָּ֤ה הַֽחִלּ֙וֹתָ֙ לְהַרְא֣וֹת אֶֽת־עַבְדְּךָ֔ אֶ֨ת־גׇּדְלְךָ֔ וְאֶת־יָדְךָ֖
הַחֲזָקָ֑ה אֲשֶׁ֤ר מִי־אֵל֙ בַּשָּׁמַ֣יִם וּבָאָ֔רֶץ אֲשֶׁר־
יַעֲשֶׂ֥ה כְמַעֲשֶׂ֖יךָ וְכִגְבוּרֹתֶֽךָ׃
Mein Herr, HaSchem, Du hubst an DEINEM Diener DEINE
Grösse und die Stärke DEINER Hand zu zeigen, denn wer ist G0tt im Himmel und
auf der Erde welcher täte wie DEINE Taten und DEINE Mächtigkeiten.
דברים ג':כ"ה
(כה) אֶעְבְּרָה־נָּ֗א וְאֶרְאֶה֙ אֶת־הָאָ֣רֶץ הַטּוֹבָ֔ה
אֲשֶׁ֖ר בְּעֵ֣בֶר הַיַּרְדֵּ֑ן הָהָ֥ר הַטּ֛וֹב הַזֶּ֖ה וְהַלְּבָנֹֽן׃
Lass mich doch übertreten und sehen das Land, das
Gute, das jenseits des Jordans liegt, diesen guten Berg und den Libanon.
Sifrei:
ספרי דברים דברים ג':כ"ג
ואתחנן אל ה' בעת ההיא לאמר
– זהו שאמר הכתוב (משלי י"ח:כ"ג) תחנונים ידבר רש ועשיר יענה עזות.
Und ich flehte zu
HaSchem zu dieser Stunde – und dies ist was die Schrift sagt (Mischlei 18:23):
Der Arme spricht flehend, und der Reiche antwortet grob.
Dieser Mischlei
muss erst mal erläutert werden. Schlomo der König, Friede sei mit Ihm, legt
hier ein Kommuniaktionsprinzip der Toire fest, in scheinbar grober Sprache.
Es geht dabei
um die Beziehung zwischen dem Schüler – dem an Wissen und Weisheit armen
Bettler um Erziehung – und seinem Rebbi,
seinem Lehrer, der an Wissen und Weisheit reich ist, und daher überlegen.
Der Schüler
soll sich seiner Position bewusst sein, und entsprechend respektvoll und
bescheiden zu seinem Weisen Lehrer sprechen. Dieser wiederum soll sich seiner
Machtposition bewusst sein, und seine Gewohnheit, selbstsicher und im
Befehltston zu sprechen dämpfen, um den Schüler nicht zu beschämen (Malbim).
Raschi bezieht
den Text jedoch auch auf das Verhältnis des Menschen zu G0tt, entsprechend
Koiheles: Der Mensch ist ein nichtiges, sterbliches Wesen, und selbst der
Weiseste der tausende Jahre studiert und experimentiert hat ist vor IHM, dem
EWIGEN: Nichts!
Und so muss
sich der Mensch hüten, mit G0tt respektlos zu sprechen.
שני פרנסים טובים עמדו להם
לישראל משה ודוד מלך ישראל, משה אמר לפני הקדוש ברוך הוא, רבונו של עולם, עבירה שעברתי
תכתב אחרי שלא יהו הבריות אומרים דומה שזייף משה בתורה או שאמר דבר שלא נצטוה
Zwei gute Fürsprecher standen für Yisroel ein: Moische
und Dovid der König Yisroels. Was sagte er vor dem Heiligen, gelobt sei er:
Herrscher der Welt, jene Sünde die ich begangen habe, schreibe sie in DEIN
Buch, damit die Menschen nicht sagten: Es ist gut vorstellbar, dass Moische die
Toire gefälscht hat, oder dass er eigene Ideen befohlen hat.
Moische bittet, auch seine Sünden sollen
niedergeschrieben werden. Warum?
Weil kein normaler Mensch dinge in
eine Biografie schreibt, für die er sich schämen muss.
Folgt: Moische hat die Toire nicht
gefälscht!
משל למלך שגזר ואמר כל מי
שאוכל פגי שביעית יהיו מחזרים אתו בקנפון
Gleichnis: Ein König der den Befehl erlassen hat, man
solle unreife Feigen von Schwiis nicht essen, soll an den Pranger gestellt
werden.
הלכה אשה אחת בת טובים לקטה
ואכלה פגי שביעית והיו מחזרים אותה בקנפון אמרה לו בבקשה ממך אדוני המלך הודיע סרחוני
שלא יהו בני המדינה אומרים דומה שנמצא בה דבר נאוף או שנמצא בה דבר כשפים הם רואים
פגים תלוים בצוארי ויודעים שבשבילם אני מחזרת כך אמר משה לפני המקום עבירה שעברתי תכתב
אחרי אמר לו הקדוש ברוך הוא הריני כותבה שלא היתה אלא על המים שנאמר (במדבר כ"ז:י"ד)
כאשר מריתם פי וגו'.
Ging eine Frau und pflückte unreife Feigen von
Schwiis. Und wurde verurteilt zum Pranger. Sie flehte den König an: Bitte hänge
mir eine Kette mit unreifen Feigen an den Hals, damit die Menschen nicht denken
sollen ich hätte Zauberei oder Unzucht betrieben, und ich damit unnötig
beschämt würde.
Bat Moische darum, dass HaSchem seine Sünden in die
heilige Toire schreibe, damit niemand denke, er habe diese gefälscht.
Was lernen wir daraus?
Seine eine Übertretung, wo er die
Beherrschung verlor und einige Worte nicht sagte, aber dafür etwas tat was haSchem
nicht befohlen hatte,
Es wäre für Am
Yisroel und für die Welt katastrophal, sollte ein Schatten eines Verdachts
möglich werden, dass Moische die Toire gefälscht hat (von sich aus Dinge
reingeschrieben, ohne Befehl HaSchems).
Daher bittet
er darum, seine Sünden offenzulegen.
Hat der Heilige,
gesegnet sei Er, geantwortet: siehe ich schreibe nur, dass es ums Wasser ging,
wie steht (bamidbar 27:14) dass ihr protestiert habt den Mund.. usw.
רבי שמעון אומר משל למלך שהיה מהלך בדרך ובנו עמו בקרוכין
שלו הגיע למקום צר נהפכה קרוכין שלו על בנו נסמת עינו נקטעה ידו נשברה רגלו, כשהיה
המלך מגיע לאותו מקום אומר כאן נזק בני כאן נסמת עינו כאן נקטעה ידו כאן נשברה רגלו
אף כך המקום מזכיר שלש פעמים מי מריבה מי מריבה מי מריבה לומר כאן הרגתי את מרים כאן
הרגתי את אהרן כאן הרגתי את משה וכן הוא אומר (תהלים קמ"א:ו') נשמטו בידי סלע
שופטיהם.
Rabbi Schimoin sagt: Gleichnis dem König, der auf dem
Weg war, und sein Sohn mit ihm in der Kutsche. Sie gelangten zu einem Engnis,
und die Kutsche kippte und stürzte auf seinen Sohn. Dessen Auge wurde zerstört,
seine Hand verdreht, sein Fuss gebrochen. Als der König an diesem Orte wieder
vorbeikam, sagte er: Hier kam mein Sohn zu Schaden, hier verlor er sein Auge,
hier verdrehte er seine Hand, hier brach er sich den Fuss. Genau so schreibt
der Heilige drei mal „die Wasser der
Revolte, die Wasser der Revolte, die Wasser der Revolte“, zu sagen: Hier habe
ich die Revoluzzer getötet, hier habe ich Aharoin getötet, hier habe ich
Moische getötet. Und so schreibt er (Tehillim 141:6) „Ihre Richter wurden an
des Felsens Seite niedergeworfen“.
Die Richter sind Moische und
Aharoin. Und am Felsen der Quelle wurden sie zu Fall gebracht: Sie machten den
fatalen Fehler und verursachten ihren Tod. Was impliziert wird, ist, dass
dieses Urteil eben schon vorher gefällt wurde.
Siehe in Schmois
5:22:
שמות ה':כ"ב
(כב) וַיָּ֧שׇׁב מֹשֶׁ֛ה אֶל־יְ־הֹוָ֖ה וַיֹּאמַ֑ר אֲדֹנָ֗י
לָמָ֤ה הֲרֵעֹ֙תָה֙ לָעָ֣ם הַזֶּ֔ה לָ֥מָּה זֶּ֖ה שְׁלַחְתָּֽנִי׃
Und Moische kehrte zu HaSchem zurück uns dagte: Mein
Herr, warum hast Du diesem Volke Schlechtes getan, warum hast Du mich
entsendet?!
Bruch durch
Ermüdung:
Vorbemerkung: Wer bin ich, Moische
Rabbeinu irgendweelche Vorhaltungen zu machen? Dies ist unendlich weit weg von
mir. Es geht mir hier darum, zu lernen und eine These zu entwickeln, und unter
keinen Umständen habe ich irgendwelche Taines mit Moische. Ich liebe ihn, er
ist unser aller Lehrer und Meister.
Hätte Moische hier anders geredet,
und nicht IHM, dem EWIGEN, Vorwürfe gemacht, wäre vielleicht die Geschichte der
Welt anders geschrieben worden.
Wir wissen von verschiedenen
Meforschim und Midroschim, dass die Wurzel von Moische´s Verbannung aus Eretz
Yisroel genau in diesem Ereignis liegt.
Wie das:
Hätte er hier dem Eibischten mit
Respekt und Anstand eine Frage gestellt, oder sein Leid ausgesprochen, so wäre
hier kein Fehler im Gewebe der Weltgeschichte aufgetreten.
Ein
Gleichnis:
Wie trennt man einen Kupferdraht,
oder auch jeden anderen Metalldraht, wenn man kein Schneidewerkzeug hat?
Man setzt Daumen und Zeigefinger
einer Hand an die Stelle, wo man trennen will, und beginnt den Draht mit der
andern Hand auf- und ab zu biegen. Irgendwann bricht er.
Wieso?
Jeder Draht besteht aus einer
Zusammensetzung von Metall-Kristallen. Diese weisen an seiner Oberfläche
winzigste Kanten und Fehler auf, die nur wenige Atome dick sind. Beginnt man
nun den Draht zu biegen, so wird das Material wechselnd gestaucht und gedehnt,
und diese Fehler beginnen zu wachsen, bis sie erst Mikrorisse, und dann
Minirisse werden, und irgendwan reisst das Material durch.
Genau so hier:
Moisches Protest hat dem Soton eine
winzige Öffnung gegeben, einen Weg gespurt, um das Gift des Misstrauens und
Zweifels einzuführen. Bei jeder weiteren Gelegenheit – siehe vorherige Parsche,
die verschiedenen Sünden Yisroels – verschärfte sich die Situation. Zweifel,
Protest, Neid und Misstrauen konnten wachsen.
Und schlussendlich kamen dann die
grossen Sünden – das goldene Kalb, Koirach, die Kundschafter/Spione – und führten
dazu, dass das Volk als Ganzes nicht mehr würdig war, mit Moische und dem
ewigen Tempel in Eretz Yisroel zu leben.
(Denn was immer Moische baute, ist
ewig. Und so wäre auch der Tempel ewig gewesen, und das Volk wäre u.U. auch
immuner gegen die Attacken des Soton).
Das war schon bei den Kundschaftern
erreicht. Und dann war das Ereignis bei den Wassern der Revolte nur noch ein
vorgeschobener Grund, jedoch nicht die ursprüngliche Ursache des Problems.
Wir lernen hier, wie enorm gross die
Verantwortung jener ist, die dem Volke vorangehen und höher und höher und näher
zum EWIGEN hochsteigen.
Eine Theorie:
Hätte Moische bei Pharoi anders
gesprochen, vielleicht könnten wir heute – mit dem Ewigen Tempel und in Gan
Eiden lebend – einen Kupferdraht nicht durch Ermüdung trennen?!
דוד אמר לפני המקום עבירה
שעברתי לא תכתב אחרי אמר לו המקום לא שוה לך שיהו הבריות אומרים בשביל שאהבו מחל לו,
משל לאחד שלוה מן המלך אלף כורים חטים בשנה היו הכל אומרים איפשר שזה יכול לעמוד באלף
כורים חטים בשנה ואינו ממשכנו המלך אלא כתב לו אפוכי,
Dovid sagte vor DEM ORTE: Schreibe die Sünde, die ich
begangen habe, nicht in meinem Namen auf. Erwiderte ihm DER ORT. Ist es dir
nicht Wert, dass die Menschen sagen werden: aus SEINER Liebe zu ihm vergab ER
ihm? Ein Gleichnis: Jemand lieh sich vom König tausend Kor Weizen (430 m3) im
Jahr. Die Leute sagten: Kann es sein,dass Jener eine solch enorme Schuld
zurückzahlt? Viel wahrscheinlicher ist, dass ihm der König die Schuld erlassen
hat.
(unter der Annahme, eine Familie von 8 personen verspeise
ca. 15l Mehl pro Monat, kommt man auf eine Jahresmenge von 180l pro Familie pro
Jahr. 2390 Familien. Ein Grosshändler in einer mittleren Stadt hat also kein
Problem, solche Mengen umzusetzen).
פעם אחת שייר ולא שקל לו כלום נכנס המלך לביתו ונטל בניו ובנותיו והעמידם על אבן
המכר באותה שעה ידעו הכל שלא שייר בידו כלום אף כל פורעניות שהיו באות על דוד היו מכופלות
שנאמר (שמואל ב י"ב:ו') ואת הכבשה ישלם ארבעתים, רבי חנינה אומר ארבעתים ששה עשר.
אף נתן הנביא בא והוכיחו על אותו מעשה שעשה, דוד אמר (שם י"ב:י"ג) חטאתי
לה', מה אמר לו (שם) גם ה' העביר חטאתך לא תמות, ואומר (תהלים נ"א:ו') לך לבדך
חטאתי והרע בעיניך עשיתי.
Einmal blieb er
im Rückstand und zahlte nichts. Der König kam in sein Haus, nahm seine
Söhne und Töchter und stellte sie auf den Verkaufsstein. In jenem Moment wussten alle, dass ihm nichts
geblieben war (heisst: vorher bezahlte er wirklich für jene tausend Kor, und
jetzt konnte er nicht bezahlen, und der König erliess ihm nichts).
Ebenso waren alle
Strafen, die über Dovid kamen, vervielfacht, wie es heißt (2. Samuel 12:6):
„Und das Schaf soll er vierfach erstatten.“ Rabbi Chanina sagt: „Vierfach macht sechzehn.“ Auch der Prophet Noson kam
und tadelte ihn für jene Tat (mit Batscheva). David sagte (2.
Samuel 12:13): „Ich habe gegen den Herrn gesündigt.“ Was sagte der Herr zu ihm?
„Auch der Herr hat deine Sünde hinweggenommen, du wirst nicht sterben.“ Und es
heißt (Psalm 51:6): „Gegen dich allein habe ich gesündigt, und was böse ist in
deinen Augen, habe ich getan.“
(wir sehen
hier, dass die Zaddikim nicht Zaddikim sind, weil sie keine Fehler haben oder
machen, sondern weil sie fähig sind, ihre Fehler einzusehen, öffentlich
zuzugeben und dann daraus zu lernen. Und damit der gesamten Menschheit grosse
Lehren erteilen und vorleben.)
שני פרנסים טובים עמדו להם
לישראל משה ודוד מלך ישראל והיו יכולים לתלות את העולם במעשיהם הטובים ולא בקשו מן
המקום שיתן להם אלא חנם והלא דברים קל וחומר ומה אלו שיכולים לתלות את העולם במעשיהם
הטובים לא בקשו מלפני הקדוש ברוך הוא שיתן להם אלא חנם מי שאינו אחד מאלף אלפי אלפים
ורבי רבבות מתלמידי תלמידיהם על אחת כמה וכמה שלא יבקש מלפני הקדוש ברוך הוא שיתן לו
אלא חנם.
Zwei gute Fürsprecher standen ein für Yisroel, Moische
und Dovid König Yisroels, und sie hätten die gesamte Welt an ihren guten Taten
aufhängen können (Ihre guten Taten wogen die gesamte Welt auf, sie konnten
mit ihren guten Taten die gesamte Welt aufrichten/ erhalten). Und doch erbaten sie nichts von HaSchem,
ausser es wäre geschenkt (es kam ihnen nicht in den Sinn, zu glauben dass
ihre guten Taten, wie viele es auch seien, vor dem EWIGEN bestehen könnten in
dem Masse, dass ihnen daraus ein Recht auf irgend eine Leistung erwüchse,
geschweige denn ihr Leben, ihre Güter, Essen, Familie usw. Alles ist von IHM
geschenkt. Wir können es nicht verdienen).
Und wenn schon jene, die die gesamte Welt mit ihren
guten Taten erhalten nichts vom Heiligen, gesegnet sein Name, erbaten ausser
Geschenken, um so mehr doch jene der Tausende mal Tausende von Tausenden
Schülern ihrer Schüler, dass niemand auf die Idee komme, vom Heiligen, gesegnet
sein Name, etwas zu erbeten ausser Geschenken.
דבר אחר: ואתחנן אל ה' – עשרה
לשונות נקראת תפלה זעקה שועה נאקה שנאמר (שמות ב':כ"ג-כ"ד) ויהי בימים הרבים
ההם וימת מלך מצרים ויאנחו בני ישראל מן העבודה ויזעקו ותעל שועתם, וישמע אלהים את
נאקתם, נקראת בצר וקריאה שנאמר (שמואל ב כ"ב:ז') בצר לי אקרא ה',
Eine weitere Betrachtungsweise: und ich flehte zu
HaSchem – 10 Dinge ruft man Gebet:
זעקה (ze'aka): Schrei, Aufschrei,
Klageschrei (oft ein lauter, verzweifelter Ruf um Hilfe oder Ausdruck von
Schmerz).
שועה (shav'ah):
Hilferuf, Schrei nach Rettung (meist mit einer Bitte um Hilfe oder Erlösung
verbunden).
נאקה (na'aka):
Stöhnen, Klage, Seufzen (oft ein leiserer, schmerzerfüllter Ausdruck von Leid
oder Kummer).
Und es war in den vielen Tagen, als der König von
Mitzrayim starb, und die Kinder Yisroels stöhnten ויאנחו von der schweren Arbeit, und sie
schrieen, und ihre Hilferufe stiegen auf, und der Schöpferg0tt hörte ihr
Stöhnen. Dies sind Formen des Leidens und Rufens aus Leiden, wie geschrieben
steht (Schemuel 2, 22:7): In meinem Leide rufe ich HaSchem..
נקראת רנה ופגיעה שנאמר (ירמיהו ז':ט"ז) ואתה אל תתפלל בעד העם הזה ואל תשא
בעדם רנה ותפלה ואל תפגע בי,
Wird genannt Jubel und eindringliche Fürbitte, wie
steht bei Yirmiyahu 7:16: Und Du, bete nicht für dieses Volk und mach nicht
lobpreisung und nicht heftige Fürbitte an mich.
רִנָּה
(Rinnah):
- Bedeutet wörtlich „Jubel“, „freudiger Gesang“ oder „Schrei
der Freude“, kann aber auch in manchen Kontexten ein klagender oder
flehender Ausdruck sein, der Gott anspricht.
- In diesem Vers
wird Rinnah oft als eine Form des Gebets verstanden, die einen
emotionalen oder dringenden Ruf um Hilfe oder Gnade ausdrückt, ähnlich
einem Flehen.
- Beispiel für Rinnah in einem anderen Kontext: Psalm
30:5 („Weinen bleibt über Nacht, aber am Morgen ist Jubel [Rinnah]“).
פְגִיעָה (Pegi’ah):
- Der Begriff leitet sich vom Verb פָּגַע (paga)
ab, was „treffen“, „begegnen“ oder „anflehen“ bedeuten kann. In diesem
Zusammenhang wird Pegi’ah als „dringendes Flehen“ oder „Fürbitte“
interpretiert, bei der jemand Gott inständig bittet oder „in ihn dringt“.
- Es beschreibt ein hartnäckiges, fast
konfrontierendes Ansprechen Gottes, um eine Antwort zu erzwingen.
תְפִלָּה (Tefillah):
- Dies ist die allgemeine Bezeichnung für „Gebet“
oder „Fürbitte“, die im Tanach häufig vorkommt.
נקראת נפול שנאמר (דברים ט':כ"ה)
ואתנפל לפני ה', נקראת פלול שנאמר (שם ט':כ"ו) ואתפלל אל ה', נקראת עתירה שנאמר
(בראשית כ"ה:כ"א) ויעתר יצחק לה' לנכח אשתו, נקראת עמידה שנאמר (תהלים ק"ו:ל')
ויעמד פנחס ויפלל וגו',
Und sie wird genannt „Niederwerfung“, נפול (Devorim
9:25) und ich warf mich nieder vor haSchem, und wird genannt Gebet, פלול wie
geschrieben steht (Dortselbst 9:26) und ich betete zu HaSchem, und es wird
genannt inständiges Bitten עתירה.
נקראת חילוי שנאמר (שמות ל"ב:י"א)
ויחל משה וגו', נקראת תחנה שנאמר ואתחנן אל ה'.
Und heisst auch
Chilui, חילוי, Beschwichtigen, überreden, besänftigen. (Schemois 32:11). Und
Moische besänftigte HaSchem, und wird genannt Tachana, תחנה,
Beschwichtigung , Fürbitte.
בעת ההיא לאמר – משל לבני
מדינה שהיו מבקשים מלפני המלך שיעשה את מדינתם קלוניא פעם אחת היו לו שני אויבים ונפלו
לפניו אמרו הרי שעה שנבקש בה מלפני המלך שיעשה את מדינתנו קלוניא כך משה היה מבקש מלפני
הקדוש ברוך הוא שיכנס לארץ כיון שראה שנפלו סיחון ועוג לפניו אמר הרי שעה שאבקש בה
מלפני הקדוש ברוך הוא שאכנס לארץ לכך נאמר בעת ההיא.
Zu dieser Zeit, sagend... – dies gleicht dem Fall, wo
die Bürger eines Landes den König eines angrenzenden baten, sie zur Kolonie zu
machen. Eines Tages besiegte er zwei Feinde, einer davon mit diesem Land, und
da kamen die Bürger und baten nochmals. Genau so Moische. Er sah Sichoin und
Oig gefallen und an Yisroel angehängt, kam er Zu HaSchem und bat um Eintritt:
Jetzt ist doch diesseits und jenseits des Jordan Yisroel, was macht den
Unterschied?
לאמר – זה אחד מן הדברים שאמר
משה לפני המקום הודיעני אם אתה עושה לי אם אי אתה עושה לי, אמר לו הקדוש ברוך הוא אני
עושה, (שם י"ז:ד') ויצעק משה אל ה' לאמר מה אעשה לעם הזה, שאין תלמוד לומר לאמר
ומה תלמוד לומר לאמר, אמר לו הודיעני אם נופל אני בידם אם לאו.
(anm: Dieser Teil wurde aus Alhatorah.org,
englische Übertragung, übernommen, da er kaum verständlich ist ohne
Interpretation):
Ebenso bittet Mose den Heiligen, gepriesen sei Er, ins Land Israel
eintreten zu dürfen. Als er sieht, dass Sichon und Og vor ihm gefallen sind,
sagt er: Dies ist die Stunde, um zu bitten, dass mein Wunsch erfüllt wird, und
das ist die Bedeutung von „zu jener Zeit“.
„Zu
sagen“: Dies ist einer der Momente, in denen Mose zum Herrn spricht: Sage mir,
ob du meinen Wunsch erfüllen wirst oder nicht. Ebenso (2. Mose 17:4): „Und Mose
rief zum Herrn, zu sagen: Was soll ich diesem Volk tun?“ Was ist die Bedeutung von
„zu sagen“? Teile mir mit, ob ich in ihre Hände fallen werde oder nicht. Ebenso
(2. Mose 6:12): „Und Mose sprach vor dem Herrn, zu sagen“: Teile mir mit, ob du
sie erlösen wirst oder nicht. Ebenso (4. Mose 12:13): „Und Mose rief zum Herrn,
zu sagen“: Teile mir mit, ob du sie heilen wirst oder nicht. Ebenso (4. Mose
27:15): „Und Mose sprach zum Herrn, zu sagen“: Teile mir mit, ob du Führer über
sie einsetzen wirst oder nicht. So auch hier, „zu jener Zeit, zu sagen“: Teile
mir mit, ob ich ins Land eintreten werde oder nicht.
Was haben
wir nun gelernt?
1: Die Macht und Wichtigkeit der Bescheidenheit und
der entsprechenden Wortwahl gegenüber HaSchem und den Menschen.
3: Moische bittet um das Schreiben der Sünden, Dovid
um das Weglassen. Und die Resultate sind sehr unterschiedlich: Bei Moische wird
dann die Sünde nur angedeutet, mit dem Ort umschrieben, bei Dovid wird sie
breit ausewalzt! (Alexander Baran)
2: Die zehn Formen von Gebet (siehe auch Rav
Schimschon David Pinkus בתפלה: שערים )
3: Moische bittet
um Eintritt ins Land, “zu dieser Zeit”: Eine günstige Gelegenheit um zu bitten.
Lehrt uns, dass wir Gelegenheiten ergreifen sollen, wenn eine Zeit der Gunst
bei HaSchem offensichtlich ist.
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